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@ -0,0 +1,74 @@
# Prozess-Management (PM)
**Status:** ✅ Vollständig - Alle 8 Dokumente konvertiert
**Datum:** 2026-02-05
---
## Übersicht
Dieser Ordner enthält die Dokumentation der Prozess-Management-Funktion im DIGIT Operating Model.
**Funktion:** Prozess-Management (PM)
**ID:** PM
**Status:** In Entwicklung
---
## Ordnerstruktur
```
#05_prozessmanagement/
├── README.md # Diese Datei
├── #05.1_funktion/ # Funktionsbeschreibung
├── #05.2_governance/ # Governance & RACI
├── #05.3_konzepte/ # Leistungs-Canvas, Practices
├── #05.4_rollen/ # Rollenmodell
├── #05.5_arbeitsmaterialien/ # Templates, Hilfsmittel
└── docs/ # Markdown-Zwischendateien
```
---
## Konvertierungsstatus
| Dokument | Quelle | Ziel | Status |
|----------|--------|------|--------|
| Funktionsbeschreibung | #02 - Funktionsbeschreibung.docx | #05.1_funktion/pm_funktionsbeschreibung.yaml | ✅ Fertig |
| Rollenmodell | #04 - Rollenmodell.docx | #05.4_rollen/ | ✅ Fertig (12 Dateien) |
| Governance-Modell | #05 - Governance-Modell.docx | #05.2_governance/pm_governance-framework.yaml | ✅ Fertig |
| RACI Matrix | #06 - RACI Matrix.xlsx | #05.2_governance/pm_raci.yaml | ✅ Fertig |
| Leistungs-Canvas | #03.1 - Leistungs-Canvas.docx | #05.3_konzepte/pm_leistungs-canvas.yaml | ✅ Fertig |
| Konzeptrahmen | #01 - Konzeptrahmen.docx | #05.3_konzepte/pm_konzeptrahmen.yaml | ✅ Fertig |
| Übersicht | #00 - Prozess-Management.docx | pm_uebersicht.yaml | ✅ Fertig |
| Pilot-Konzept | #07 - Pilot-Konzept.docx | #05.3_konzepte/pm_pilot-konzept.yaml | ✅ Fertig |
---
## Status
**Alle Konvertierungen abgeschlossen!**
Die gesamte Word/Excel-Dokumentation wurde erfolgreich in strukturierte YAML-Dateien überführt.
---
## Schnittstellen zu anderen Funktionen
- **DPM**: Demand-Portfolio-Management
- **SPM**: Service-Portfolio-Management
- **SHM**: Stakeholder-Management
- **PPM**: Projekt-Portfolio-Management
---
## Referenzen
- **Taxonomie:** `#00_meta/digitom_taxonomie.yaml`
- **Template:** `#100_tmp-files/pm_funktionsbeschreibung_template.yaml`
- **Status:** `#100_tmp-files/prozessmanagement_konvertierung_status.md`
---
**Erstellt:** 2026-02-05
**Zuletzt aktualisiert:** 2026-02-05

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@ -0,0 +1,572 @@
# **Prozess-Management: Funktionsbeschreibung**
#
## **1. Zweck**
**Wozu existiert diese Funktion?**\
Das Prozess-Management gestaltet aktiv die Art und Weise, *wie* das
DIGIT arbeitet. Als **unterstützende und befähigende Einheit** etabliert
und verantwortet es den verbindlichen methodischen Rahmen für *alle*
übergreifenden (Organisations-) Prozesse (DIGITOM).
Das Prozess-Management agiert im Auftrag des **Vision Board**
(strategisches Führungsgremium) und dient internen Kunden -- den
**Fachbereichen/ Abteilungen** und ihren **Key Usern** sowie den
Projektteams -- indem es methodische Standards, Werkzeuge und Beratung
bereitstellt, damit diese ihre Prozesse eigenständig managen und
verbessern können.
Ziel ist es, durch klare Strukturen, einheitliche Standards und gezielte
Befähigung eine solide Grundlage für Effektivität, Transparenz und
kontinuierliche Verbesserung im gesamten Amt zu schaffen.
Dadurch unterstützt das Prozess-Management die erfolgreiche Umsetzung
der Digitalstrategie und schafft **Arbeitsabläufe, die gut funktionieren
und sich flexibel an neue Anforderungen anpassen** lassen.
**Was ist das Hauptziel?**\
Nachhaltig wirksame und anpassungsfähige Prozesse in der Organisation zu
verankern.\
*Dies wird erreicht, indem\...*
- ... eine konsistente, transparente und an der Strategie ausgerichtete
Prozesslandschaft geschaffen und gepflegt wird, die Silos überwindet.
- ·... die Organisation durch gezielte Beratung, Coaching und Schulung
befähigt wird, ihre Prozesse innerhalb des Rahmens eigenverantwortlich
zu steuern und zu optimieren.
- ... die Einhaltung der Prozess-Governance (Standards, Methoden,
Dokumentation und der darin definierten Prozess-Management-Prozesse)
als Grundlage für Qualität, Nachvollziehbarkeit und Verlässlichkeit
überwacht und unterstützt wird.
- ... die kontinuierliche Weiterentwicklung und Anpassung des DIGITOMs
als lebendiges Organisationsmodell vorangetrieben wird, um auf
veränderte Anforderungen und gewonnene Erkenntnisse reagieren zu
können
##
##
##
## **2. Funktionsverständnis & Abgrenzung**
Prozess-Management ist eine Dienstleistung und ein zentraler Befähiger
für die Organisation. Es unterstützt und berät die Fachbereiche bei
ihren Prozessen, ohne deren Verantwortung zu ersetzen. Dies beinhaltet
eine klare Rollenverteilung zwischen Linienorganisation und
Prozessmanagement.
**Die Verantwortung bleibt, wo sie hingehört**
## Die Fachbereiche/ Abteilungen sind fachlich und operativ für die Ausführung und Ergebnisse ihrer Prozesse verantwortlich. Sie liefern die Prozessinhalte und gewährleisten funktionierende Abläufe im Tagesgeschäft. Hierfür werden in der Regel Prozessverantwortliche -- wie Key User oder Process Owner -- als erste Ansprechpartner benannt.
## Das zentrale Prozess-Management verantwortet Rahmen und Methodik der Prozessarbeit, gibt Standards vor, überblickt die Prozesslandschaft und berät Prozessverantwortliche. Es greift nicht in die Liniensteuerung ein, sondern beeinflusst durch Expertise, Governance und Koordination. Entscheidungen werden bei Bedarf über Gremien initiiert.
**\
Partnerschaft statt Kontrolle**
## Prozess-Management agiert als proaktiver Partner der Fachbereiche/ Abteilungen und schafft einen verbindlichen Ordnungsrahmen. Bei signifikanten Abweichungen von Standards oder Governance-Lücken greift es unterstützend ein. Dies fördert Vertrauen: Fachbereiche erhalten Unterstützung zur Selbsthilfe, während das Management die Einhaltung der Standards und der Gesamtzusammenhängen gewährleistet sieht.
**\
Strukturierte Leistungserbringung\**
Das Prozess-Management differenziert seine Unterstützung nach vier
Leistungskategorien, die unterschiedlichen Beauftragungswegen und
Priorisierungslogiken folgen:
- Standard-Leistungen für den operativen Alltag (Beratung, Workshops,
Schulungen)
- Projekt-Leistungen für ressourcenintensive Vorhaben mit mehrwöchiger
Laufzeit
- Strategische Leistungen zur Weiterentwicklung des DIGITOMs
- Krisen-Leistungen für akute Prozessstörungen mit sofortigem
Handlungsbedarf
Diese Differenzierung ermöglicht eine bedarfsgerechte
Ressourcensteuerung und schafft klare Erwartungen auf allen Seiten. Die
detaillierten Beauftragungswege und Entscheidungsmechanismen sind im
Governance-Modell definiert.
## **2. Verantwortungsbereich**
### **2.1 Prozess-Management-Framework definieren und weiterentwickeln**
Definition, Kommunikation und Weiterentwicklung der verbindlichen
methodischen und technischen Grundlagen für das gesamte
Prozess-Management im DIGIT als Fundament für einheitliche und
qualitativ hochwertige Prozessarbeit.
**Was:**
- Etablierung eines einheitlichen Prozess-Management-Frameworks:
Gemeinsamer verbindlicher Standards, und Methoden für die Darstellung,
Dokumentation und Steuerung von Prozessen.
- Festlegung von Governance-Regeln und Richtlinien für alle Aspekte der
Prozessarbeit (von der Dokumentation über die Analyse bis zur
Steuerung).
- Auswahl, Bereitstellung und laufende Betreuung zentraler
Prozess-Management-Werkzeuge.
**Warum:**
- Sicherstellung einer einheitlichen, vergleichbaren und
nachvollziehbaren Prozessdokumentation im Amt.
- Gewährleistung von methodischer Qualität, Effektivität und fundierter
Erhebung in der Prozessgestaltung und -optimierung.
- Schaffung einer gemeinsamen \"Prozess-Sprache\" und eines gemeinsamen
Verständnisses für Prozessarbeit über Abteilungsgrenzen hinweg.
**Wie:**
- Laufende Analyse von internen Bedarfen und externen Best
Practices/Standards im Prozess-Management.
- Abstimmung der Anforderungen mit Fachbereichen, IT-Architektur und
übergreifenden Governance-Vorgaben.
- Klare Dokumentation des Prozess-Management-Frameworks (z.B. in Form
eines Methodenhandbuch oder Playbook) und leicht zugängliche
Bereitstellung für alle Mitarbeitenden.
- Aktive Kommunikation und Verankerung des Frameworks in der
Organisation (z.B. durch Schulungen, Informationsveranstaltungen und
kontinuierliche Beratung der relevanten Akteure).
###
### **2.2 Übergreifende Prozesslandschaft managen und Governance sicherstellen**
Aufbau, Pflege und Überwachung der Gesamtarchitektur der
bereichsübergreifenden Prozesse (Kern-, Management- und Supportprozesse)
des DIGIT zur Schaffung von Transparenz, zur Steuerung und zur
Sicherstellung der Einhaltung des definierten Rahmens.
**Was:**
- Erhebung, Visualisierung und laufende Pflege der übergreifenden
Prozesslandkarte des DIGIT.
- Überwachung der Einhaltung des Prozess-Management-Frameworks
(Methoden, Standards, Dokumentationsqualität).
- Systematische Identifikation und Adressierung von Governance-Lücken:
Dokumentation fehlender Regelungen, strukturierte Eskalation über
definierte Wege, Nachverfolgung bis zur Schließung der Lücke.
**Warum:**
- Schaffung von Transparenz über die Kernabläufe, Abhängigkeiten und
Schnittstellen im Amt.
- Ermöglichung einer strategischen Steuerung und Priorisierung von
bereichsübergreifenden Prozessinitiativen (durch das Vision Board).
- Sicherstellung der Konsistenz und Qualität der Prozessarbeit sowie
Einhaltung von Compliance-Vorgaben.
- Vermeidung von Silos und unkoordinierten Insellösungen, indem
bereichsübergreifende Prozesslücken frühzeitig erkannt und geschlossen
werden.
**Wie:**
- Nutzung des Prozess-Management-Werkzeugs zur Darstellung und
Verwaltung der Prozessarchitektur.
- Regelmäßige Qualitäts-Checks und Reviews zur Prüfung der
Framework-Konformität.
- Kontinuierlicher Austausch mit den Fachbereichen (u. a. über
Key-User), um frühzeitig Optimierungsfelder oder fehlende Regelungen
(Governance-Lücken) zu identifizieren und adressieren zu können
- Regelmäßiges Reporting an das Vision Board und relevante Gremien.
###
### **2.3 Beratung und operative Prozessgestaltung (in definierten Fällen)**
Methodische Unterstützung der Fachbereiche bei Prozessfragen sowie
aktive Gestaltung und Optimierung von Prozessen in spezifischen,
strategisch relevanten oder komplexen Situationen, wobei die Rolle klar
als Berater und Befähiger verstanden wird.
**Was:**
- Fachliche Beratung von Fachbereichen und Teams bei der Analyse,
Neugestaltung und Optimierung ihrer Prozesse (methodische
Fachexpertise bereitstellen)
- Bei Bedarf Moderation von Prozessworkshops bei bereichsübergreifenden
oder komplexen Abläufen.
- In ausgewählten Ausnahmefällen operative Unterstützung bei der
Prozessaufnahme, -modellierung und -optimierung leisten (etwa bei
strategisch bedeutsamen oder abteilungsübergreifenden Prozessen, bei
Projekten mit großem Prozesseinfluss oder initial als „Starthilfe").
**Warum:**
- Sicherstellung hoher methodischer Qualität bei der Lösung komplexer
Prozessherausforderungen.
- Unterstützung der Fachbereiche bei der Erreichung ihrer Ziele durch
effektive Prozesse (\"Enabling\").
- Gezielter Einsatz zentraler Ressourcen auf die Prozesse mit dem
größten Hebel oder der höchsten Komplexität.
**Wie:**
- Durchführung von individuellen Beratungsgesprächen und Coachings für
Prozessverantwortliche/-teams.
- Planung und professionelle Moderation von Analyse- und
Design-Workshops.
- Anwendung geeigneter Prozessanalyse- und Optimierungstechniken.
- Detaillierte Modellierung (Ist/Soll) gemäß Prozess-Framework bei
Übernahme operativer Verantwortung (in den definierten Fällen).
###
###
###
### **2.4 Dezentrale Prozesskompetenz durch Befähigung und Aufbau Key-User-Konzept**
Systematischer Aufbau und Pflege von Prozess-Management-Kompetenzen in
den Fachbereichen, insbesondere durch die Etablierung und Betreuung
eines Key-User-Netzwerks, um die Prozessarbeit nachhaltig in der
Organisation zu verankern.
**Was:**
- Entwicklung und Umsetzung eines übergreifenden Befähigungskonzepts für
Prozess-Management.
- Identifikation, Gewinnung und Qualifizierung von geeigneten Key-Usern
für Prozesse in den Fachbereichen als dezentrale
Prozess-Ansprechpartner.
- Aufbau und Management eines Key-User-Netzwerks, das den regelmäßigen
Erfahrungsaustausch fördert und die kontinuierliche Weiterbildung im
Prozessmanagement sicherstellt,
**Warum:**
- Stärkung der Eigenverantwortung der Fachbereiche für ihre Prozesse
(\"Hilfe zur Selbsthilfe\").
- Sicherstellung der nachhaltigen Anwendung und Verbesserung von
Prozessen im Tagesgeschäft.
- Schaffung von Multiplikatoren für Prozessdenken und das
Prozessmanagement-Framework in der gesamten Organisation.
**Wie:**
- Konzeption und Durchführung von zielgruppenspezifischen Trainings und
Workshops (Methoden, Tools).
- Definition der Rolle und Aufgaben von Key-Usern in Abstimmung mit den
Fachbereichen.
- Organisation von regelmäßigen Austauschformaten für Key-User (z.B.
Community of Practice, Best-Practice-Sharing).
- Bereitstellung von Lernmaterialien, Leitfäden und Coaching für die
Key-User.
- Strategische Netzwerk-Entwicklung: Systematische Identifikation von
Kompetenzlücken im Netzwerk, gezielte Rekrutierung neuer Key-User in
unterrepräsentierten Bereichen und kontinuierliche Weiterentwicklung
der Community-Formate basierend auf Feedback und organisationalen
Bedarfen.
**2.5 Leistungserbringung strukturieren und steuern**
Die Prozess-Management-Funktion erbringt ihre Leistungen in vier
unterschiedlichen Modi, die sich nach Komplexität, strategischer
Bedeutung und Ressourcenbedarf unterscheiden. Diese differenzierte
Herangehensweise ermöglicht es, flexibel auf verschiedene
organisationale Bedarfe zu reagieren und gleichzeitig die verfügbaren
Ressourcen optimal einzusetzen.
**Was:**
- **Standard-Leistungen**: Wiederkehrende Unterstützung für operative
Prozessbedarfe wie Einzelberatungen,
Prozess-Management-Framework-Schulungen oder methodische
Kurzberatungen. Diese Leistungen sind niedrigschwellig zugänglich und
folgen etablierten Mustern.
- **Projekt-Leistungen**: Umfangreichere
Prozess-Management-Unterstützung, die signifikante Ressourcen bindet -
etwa bei kompletten Prozess-Neugestaltungen oder
bereichsübergreifenden Transformationen. Diese Leistungen erfordern
eine formale Beauftragung durch das Mission Board.
- **Strategische Leistungen**: Initiativen zur Weiterentwicklung des
gesamten DIGITOMs oder zur grundlegenden Transformation der
Prozesslandschaft. Sie werden vom Vision Board beauftragt und haben
organisationsweite Auswirkungen.
- **Krisen-Leistungen**: Sofortige Unterstützung bei akuten
Prozess-Störungen oder Compliance-Verstößen. Hier werden andere
Aktivitäten zurückgestellt, um schnelle Lösungen zu ermöglichen.
**Warum:**
- Sicherstellung einer bedarfsgerechten und ressourceneffizienten
Leistungserbringung durch klare Priorisierung.
- Schaffung von Transparenz über verfügbare Prozess-Management-Services
und deren Zugangswege für alle Organisationseinheiten.
- Ermöglichung einer strategischen Kapazitätsplanung und
vorausschauenden Ressourcenallokation.
- Balance zwischen planbaren Aktivitäten und der notwendigen
Flexibilität für ungeplante Bedarfe.
**Wie:**
- Definition klarer Kriterien für die Zuordnung von Anfragen zu den
verschiedenen Leistungskategorien (z.B. Aufwand, Laufzeit,
Komplexität, strategische Relevanz).
- Etablierung unterschiedlicher Beauftragungswege je nach Leistungstyp -
von niedrigschwelligen Ticketsystemen bis zu formalen
Gremienentscheidungen.
- Regelmäßige Überprüfung der Leistungsverteilung und Anpassung der
Kapazitätsallokation basierend auf organisationalen Prioritäten.
- Transparente Kommunikation der verschiedenen Leistungstypen und ihrer
Zugangswege an alle potenziellen Nutzer:innen.
## **3. Schnittstellen (Input/Output/Typische Abstimmungswege)**
### **3.1 Inputs**
(was das Prozess-Management empfängt)
+:---------------------:+:----------------------------------------------------:+
| **Von** | **Inhalt** |
+-----------------------+------------------------------------------------------+
| **Vision Board** | - Strategische Leitlinien und Entscheidungen zur |
| | Ausgestaltung des DIGITOMs |
| | |
| | - Aufträge zur Umsetzung beschlossener Änderungen. |
| | |
| | - Entscheidungen über: |
| | |
| | - Framework-Transformationen, |
| | |
| | - strategische Prozess-Management-Ausrichtung, |
| | |
| | - Ressourcenrahmen |
+-----------------------+------------------------------------------------------+
| **Mission Board** | - Impulse und Prioritäten aus der strategischen bzw. |
| | taktischen Steuerung |
| | |
| | - Entscheidungen bei Eskalationen von |
| | bereichsübergreifenden Prozesskonflikten |
| | |
| | - Entscheidungen über: |
| | |
| | - Projekt-Leistungen, |
| | |
| | - Prioritätskonflikte bei Ressourcenengpässen, |
| | |
| | - Governance-Eskalationen |
+-----------------------+------------------------------------------------------+
| **Projekt-Portfolio-\ | - Informationen zu geplanten Projekten und |
| Management** | priorisierten Initiativen, die prozessuale |
| | Änderungen erfordern oder bestehende Prozesse |
| | betreffen |
+-----------------------+------------------------------------------------------+
| **Service-Portfolio-\ | - Anforderungen aus der Service-Entwicklung und dem |
| Management** | Service-Betrieb, die neue Prozesse oder |
| | Anpassungen bestehender Prozesse nötig machen |
| | |
| | - Feedback zur Anwendbarkeit/Vollständigkeit des |
| | Prozess-Management-Frameworks für Service-Prozesse |
| | |
| | - Feedback zur Effektivität bestehender |
| | Prozessmodelle ausService-Sicht |
| | |
| | - Informationen zur Ausgestaltung des ITIL-Framewoks |
| | mit Bezug zum Prozess-Management-Framework |
+-----------------------+------------------------------------------------------+
| **Stakeholder-\ | - Anforderungen von Stakeholdern (z.B. |
| Management** | Kundenfeedback, gesetzliche/regulative Vorgaben), |
| | welche die internen Prozesse beeinflussen. |
+-----------------------+------------------------------------------------------+
| **Key-User** | - Bindeglied zwischen zentralem Prozess-Management |
| | Team und Fachbereich |
| | |
| | - Feedback zur Anwendbarkeit des Frameworks, |
| | spezifische Unterstützungsbedarfe, operative |
| | Prozessdetails |
| | |
| | - Bringen Anforderungen, Detailfragen und |
| | Rückmeldungen aus ihrem Bereich ins |
| | Prozessmanagement ein |
+-----------------------+------------------------------------------------------+
| **Fachbereiche / | - Input in Form von Bedarfen (z.B. Wunsch nach |
| Teams** | Neugestaltung eines Prozesses, Hinweise auf |
| | ineffiziente Abläufe, spezifische |
| | Beratungsanfragen) und Feedback zur bestehenden |
| | Prozessausführung |
+-----------------------+------------------------------------------------------+
| **IT-Architektur** | - Technische Rahmenbedingungen, Informationen über |
| | IT-Systemlandschaft, technische Standards |
+-----------------------+------------------------------------------------------+
###
### **3.2 Outputs**
(Was das Prozess-Management weitergibt)
+:---------------------:+:---------------------------------------------------:+
| **An** | **Inhalt** |
+-----------------------+-----------------------------------------------------+
| **Vision Board** | - Konzepte und Vorschläge zur Weiterentwicklung des |
| | DIGITOMs (inkl. Begründungen und Auswirkungen) |
| | |
| | - Regelmäßige Statusberichte zur Implementierung |
| | des DIGITOMs |
| | |
| | - Meldung von grundsätzlichen Problemen oder |
| | Risiken in der Prozesslandschaft (Eskalation) |
+-----------------------+-----------------------------------------------------+
| **Mission Board** | - Berichte über operative Herausforderungen und |
| | bereichsübergreifende Prozess-Themen, die |
| | strategische Entscheidungen erfordern |
| | |
| | - Empfehlungen für taktische Maßnahmen zur |
| | Prozessanpassung |
+-----------------------+-----------------------------------------------------+
| **Projekt-Portfolio-\ | - Vorgaben und Richtlinien, wie Projekte im Rahmen |
| Management:** | des DIGITOM ablaufen sollen (z.B. definierte |
| | Prozessschritte, Decision Gates) |
| | |
| | - Bewertung der Machbarkeit geplanter Projekte aus |
| | (organisations-)prozessualer Sicht |
+-----------------------+-----------------------------------------------------+
| **Service-Portfolio-\ | - Bei Bedarf Unterstützung bei der Gestaltung von |
| Management** | servicebezogenen Prozessen (z.B. Einführung neuer |
| | Services) und bei der |
| | Standardisierung/Dokumentation von |
| | Service-Prozessen |
+-----------------------+-----------------------------------------------------+
| **Stakeholder-\ | - Definierte Prozesse und Verantwortlichkeiten für |
| Management** | den Umgang mit externen Stakeholdern |
| | |
| | - Rückmeldung, wie externe Anforderungen im DIGITOM |
| | berücksichtigt wurden |
+-----------------------+-----------------------------------------------------+
| **Fachbereiche/\ | - Schulungsmaterial, Handbücher und Leitfäden zum |
| Abteilungen** | DIGITOM |
| | |
| | - Individuelle Beratung und Lösungen für gemeldete |
| | Prozessprobleme - Methodische Unterstützung und |
| | Empfehlungen zur Prozessgestaltung und |
| | Dokumentation |
| | |
| | - Informationen über anstehende Prozessänderungen |
+-----------------------+-----------------------------------------------------+
| **Key-User** | - Weitergabe die vom Prozess-Management |
| | entwickelten Lösungen, Standards und Guidelines |
| | in ihre Teams |
| | |
| | - Unterstützung der jeweiligen Abteilungen oder |
| | Teams bei der Prozessanwendung |
+-----------------------+-----------------------------------------------------+
###
### **3.3 Typische Abstimmungswege**
+:---------------------:+:----------------------------------------------------:+
| **Format / Kontext** | **Inhalt** |
+-----------------------+------------------------------------------------------+
| **Vision Board\ | - Status Prozesslandschaft & Framework-Compliance |
| (Regel Reporting)** | |
| | - Strategische Abstimmung |
| | |
| | - Eskalationen |
| | |
| | - Grundsatzentscheidungen |
+-----------------------+------------------------------------------------------+
| **Mission Board\ | - Abstimmung bereichsübergreifende Prozessfragen |
| (bei Bedarf)** | |
| | - Entscheidungen über Priorisierungen oder |
| | Ressourcenkonflikte |
+-----------------------+------------------------------------------------------+
| **Beratungsgespräch / | - Methodische Unterstützung bei Prozessfragen |
| Coaching | |
| (Fachbereich/\ | - Anleitung zur Prozess-Framework-Anwendung |
| Key-User)** | |
| | - Problemlösung |
+-----------------------+------------------------------------------------------+
| **Schulung / Workshop | - Kompetenzaufbau (Methoden, Tools) |
| (Key-User/Teams)** | |
| | - Praktische Anwendung |
| | |
| | - Befähigung zur dezentralen Prozessarbeit |
+-----------------------+------------------------------------------------------+
| **Key-User-**\ | - Erfahrungsaustausch |
| **Netzwerktreffen | |
| /**\ | - Best-Practice-Sharing |
| **Community of | |
| Practice** | - Feedback zum Framework |
| | |
| | - Multiplikation von Wissen |
+-----------------------+------------------------------------------------------+
| **Projekt-Meeting / | - Klärung Prozessauswirkungen von Projekten |
| Abstimmungsrunde** | |
| | - Sicherstellung Prozess-Management-Standards in |
| | Projekten |
| | |
| | - Prozess-Integrationsplanung |
+-----------------------+------------------------------------------------------+
| **Architektur-Board** | - Abgleich Prozessanforderungen mit technischer |
| | Machbarkeit, Systemauswahl/-anpassung |
+-----------------------+------------------------------------------------------+
| **Ad-hoc-Workshops** | - Bei größeren Prozessänderungen oder neuen |
| | Initiativen, um gemeinsam Lösungen zu erarbeiten |
| | und die Umsetzung vorzubereiten |
+-----------------------+------------------------------------------------------+
| **Ad-hoc Abstimmung / | - Lösung spezifischer, oft bereichsübergreifender |
| Klärung** | Prozesskonflikte oder |
| | Prozess-Management-Framework-Interpretationsfragen |
+-----------------------+------------------------------------------------------+
| **Info-Veranstaltung | - Breite Kommunikation von |
| / Intranet News** | Prozess-Management-Framework-Updates, |
| | Prozessänderungen oder relevanten |
| | Prozess-Management-Informationen |
+-----------------------+------------------------------------------------------+
| **Eskalationsprozess | - Stufe 1: Intern (24-48h) |
| (3-stufig)** | |
| | - Stufe 2: Mission Board (1-2 Wochen) |
| | |
| | - Stufe 3: Vision Board (2-4 Wochen)\" |
+-----------------------+------------------------------------------------------+

View file

@ -0,0 +1,635 @@
# **Prozess-Management: Governance-Modell**
------------------------------------------------------------------------
## **1. Governance-Philosophie und Grundprinzipien**
Das Prozess-Management-Governance-Framework folgt dem Prinzip der
**\"Befähigungs- Governance\"** - es soll befähigen und unterstützen,
nicht kontrollieren und bremsen. Gleichzeitig muss es sich nahtlos in
die bestehende DIGITOM-Governance-Architektur integrieren und klare
Verantwortlichkeiten sowie Entscheidungswege schaffen.
### **Leitprinzipien der PM-Governance**
**Subsidiarität**: Entscheidungen werden auf der niedrigstmöglichen
Ebene getroffen, die kompetent und legitimiert ist. Operative
Prozess-Beratung braucht keine Gremien-Freigabe, strategische
Prozess-Managment-Framework-Änderungen schon.
**Proportionalität**: Der Governance-Aufwand muss dem Risiko und der
Tragweite einer Entscheidung angemessen sein. Eine Template-Anpassung
braucht weniger Governance als eine komplette Framework-Transformation.
**Integration**: PM-Governance ergänzt die bestehende
DIGITOM-Governance, ersetzt sie nicht. Vision Board, Mission Board und
Demand & Stakeholder Runde (DSR) bleiben die primären Steuerungsgremien.
**Transparenz**: Alle Governance-Entscheidungen und ihre Begründungen
müssen nachvollziehbar dokumentiert und kommuniziert werden.
------------------------------------------------------------------------
##
## **2. Interne PM-Governance**
### **2.1 Framework-Änderungs-Governance**
Die Governance für Framework-Änderungen folgt einem dreistufigen Modell,
das die Komplexität und Tragweite der Änderungen berücksichtigt.
#### **2.1.1 Kategorie A: Operative Anpassungen**
**Definition**: Kleinere Verbesserungen, Klarstellungen oder
Ergänzungen, die die Framework-Grundlogik nicht verändern.
**Beispiele**: Template-Updates, Methodenbeschreibungs-Präzisierungen,
Tool-Konfigurationsanpassungen, FAQ-Ergänzungen.
**Entscheidungsweg**:
1. Die Prozess-Framework-Manager\*in trifft die Entscheidung
eigenständig nach fachlicher Prüfung und Dokumentation.
2. Das Prozess-Management-Team gibt die formale Freigabe.
3. Die Leite\*rin Prozess-Management wird zeitnah informiert.
4. Betroffene Process Owner und Key-User werden über reguläre
Kommunikationskanäle benachrichtigt.
**Implementierung**:
- Kann sofort umgesetzt werden.
- Änderungen werden im Framework-Changelog dokumentiert.
#### **2.1.2 Kategorie B: Taktische Erweiterungen**
**Definition**: Bedeutendere Änderungen, die neue Elemente einführen
oder bestehende erweitern, aber die
Prozess-Management-Framework-Architektur beibehalten.
**Beispiele**: Neue Prozess-Kategorien, zusätzliche
PM-Governance-Elemente, erweiterte KPI-Systematiken, neue
Qualifizierungsmodule.
**Entscheidungsweg**:
1. Die Prozess-Framework-Manager\*in entwickelt den Vorschlag.
2. Das Prozess-Management-Team gibt die formale Freigabe.
3. Betroffene Process Owner werden konsultiert und können Einwände oder
Verbesserungsvorschläge einbringen.
4. Das Mission Board wird über die Änderung informiert und kann
Feedback geben.
**Implementierung**:
- Erfordert Vorlaufzeit für Stakeholder-Abstimmung und Kommunikation.
- Implementierung erfolgt zu definierten Stichtagen für Planbarkeit.
#### **2.1.3 Kategorie C: Strategische Transformationen**
**Definition**: Fundamentale Änderungen der Framework-Philosophie oder
-Architektur, die das Operating Model betreffen.
**Beispiele**: Wechsel der Grundmethodik, komplette Neudefinition der
PM-Governance-Struktur, Integration neuer strategischer Anforderungen.
**Entscheidungsweg**:
1. Die Prozess-Framework-Manager\*in erarbeitet Konzept mit
Stakeholder-Analyse und Impact-Assessment.
2. Die Leiter\*in Prozess-Management koordiniert umfassende
Abstimmungsrunde mit allen betroffenen Bereichen.
3. Das Mission Board führt Vorbewertung durch und gibt Empfehlung ab.
4. Das Vision Board trifft die finale Entscheidung nach Präsentation
des Konzepts.
**Implementierung**:
- Erfordert längere Vorlaufzeit mit detailliertem Change
Management-Plan.
- Implementierung erfolgt als formales Transformationsprojekt mit
entsprechendem Projektmanagement.
### **2.2 Interne Ressourcen- und Prioritäts-Governance**
#### **2.2.1 Kapazitätsallokation**
Die Leiter\*in Prozess-Management verteilt die verfügbaren
PM-Kapazitäten nach folgender Prioritätslogik:
- Prio 1: Strategische Leistungen mit Vision Board-Freigabe
- Prio 2: Projekt Leistungen mit Mission Board-Freigabe
- Prio 3: Compliance-kritische Standard Leistungen
- Prio 4: Geplante Standard Leistungen aus Jahresplanung
- Prio 5: Ad-hoc Standard Leistungen nach Verfügbarkeit
#### **2.2.2 Interne Koordination**
**Wöchentliche PM-Team-Abstimmung**: Operative Koordination,
Ressourcenplanung, Problem-Eskalation.
**Monatliche Stakeholder-Runde**: Review mit Process Ownern,
Feedback-Sammlung, Planungsabstimmung.
**Regelmäßige Governance-Review**: Framework-Performance,
Governance-Optimierung, strategische Ausrichtung.
------------------------------------------------------------------------
##
## **3. Leistungs-Governance und Beauftragung**
### **3.1 Leistungs-Kategorien und Beauftragungslogik**
#### **3.1.1 Standard Leistungen**
**Definition**: Wiederkehrende, standardisierte PM-Unterstützung für
operative Bedarfe.
**Beispiele**: Prozess-Workshops in definierten Bereichen,
Einzelberatungen, PM-Framework-Schulungen, Prozess-Assessments,
Key-User-Support.
**Beauftragungsberechtigung**: Alle DIGITOM-Mitarbeitenden über
Ticketsystem oder direkte Anfrage.
**Entscheidungsweg**:
1. Anfragen werden von zuständiger PM-Rolle (meist Prozess-Berater\*in)
bewertet und nach Verfügbarkeit und Priorität bearbeitet.
2. Bei Ressourcenkonflikten entscheidet die Leiter\*in
Prozess-Management.
#### **3.1.2 Projekt Leistungen**
**Definition**: Umfangreichere, projektähnliche PM-Unterstützung, die
signifikante Ressourcen bindet.
**Beispiele**: Komplette Prozess-Neugestaltung, PM-Tool-Einführung,
bereichsspezifische PM-Framework-Entwicklung, umfassende
Prozess-Transformationen.
**Quantitative Abgrenzung (beispielhaft)**:
- Leistung über 10 Beratungstage oder
- Laufzeit über 4 Wochen.
**Qualitative Abgrenzung (beispielhaft)**:
- Leistung mit mehreren Fachbereichen/ Abteilungen,
- Framework-Implikationen oder
- strategischer Relevanz.
**Beauftragungsberechtigung**: **Fachbereichs-/ Abteilungsleitungen**,
**Projektleitungen**, **Gremien**.
**Entscheidungsweg**:
1. Antrag wird von Leiter\*in PM formuliert und in Mission Board
eingebracht.
2. Mission Board prüft strategische Passung, Ressourcen-Impact und
Priorisierung.
3. Bei Freigabe wird die Leistung als Projekt konfiguriert mit
entsprechendem Projektmanagement.
####
#### **3.1.3 Strategische Leistungen**
**Definition**: Strategische PM-Initiativen, die das Operating Model
weiterentwickeln oder transformieren.
**Beispiele**: Entwicklung neuer Governance-Strukturen, strategische
Prozess-Digitalisierung, organisationsweite Methodeneinführung,
Integration in Transformationsprojekte.
**Beauftragungsberechtigung**:
- Vision Board (proaktiv) oder
- Mission Board/Leiterin PM (als Vorschlag).
**Entscheidungsweg**:
1. Konzeptentwicklung durch PM-Team mit strategischer
Stakeholder-Analyse.
2. Vision Board-Präsentation mit Ressourcen-Impact, Zeitplan und
erwarteten Outcomes.
3. Bei Freigabe erfolgt Mandatierung als strategisches Projekt mit
entsprechender Governance.
#### **3.1.4 Krisen-Leistungen**
**Definition**: Dringende Prozess-Unterstützung bei akuten Problemen
oder Krisen.
**Beispiele**:
- Compliance-Verstöße mit Prozess-Bezug,
- schwerwiegende Prozess-Störungen,
- akute Konfliktmediation.
**Beauftragungsberechtigung**:
- Jede Abteilungsleitung bei akuten Problemen.
- Amtsleitung bei kritischen Situationen.
**Entscheidungsweg**:
1. Sofortige Bewertung und Klassifizierung durch Leiter:in PM
2. Ressourcen-Umschichtung nach Krisenlogik (andere Leistungen werden
pausiert)
3. Bildung eines Response-Teams aus relevanten PM-Rollen
4. Nachträgliche Information an Mission Board
5. Post-Crisis-Review zur Governance-Optimierung
###
###
###
### **3.2 Projektzentrierte Prozessgestaltung: Spezial-PM-Governance**
**3.2.1 Obligatorische PM-Framework-ComplianceJedes Projekt**, das
Prozesse neu gestaltet oder verändert, muss zwingend folgende
PM-Elemente berücksichtigen:
- **Key-User-Integration**: Key-User müssen konsultiert und in die
Prozessgestaltung eingebunden werden.
- **PM-Framework-konforme Dokumentation**: Neue Prozesse müssen nach
PM-Standards dokumentiert werden.
- **Process Owner-Koordination**: Bei Änderungen an bestehenden
Prozessen muss der zuständige Process Owner konsultiert werden.
- **Standardnotation**: Prozessmodellierung muss PM-Framework-konforme
Notation verwenden.
#### **3.2.2 Process Owner-Abnahme als Quality Gate**
Bei allen Projekten, die Prozesse verändern, die einem Process Owner
zugeordnet sind, muss dieser formale Abnahme-Verantwortung übernehmen.
Dies umfasst:
- **Fachliche Korrektheit**: Der Process Owner prüft die
End-to-End-Konsistenz des veränderten Prozesses.
- **Schnittstellen-Impact**: Bewertung der Auswirkungen auf vor- und
nachgelagerte Prozesse.
- **Implementierbarkeit**: Einschätzung der praktischen Umsetzbarkeit im
operativen Betrieb.
- **Process Owner** hat finales Veto-Recht bei inhaltlichen Aspekten
- Bei Veto: Verpflichtende Mediation durch PM-Leitung
- Eskalation ans Mission Board nur bei unlösbaren Konflikten -
Dokumentationspflicht für Veto-Gründe
#### **3.2.3 PM-Qualitätsprüfung als methodisches Quality Gate**
Für alle Projekte mit Prozess-Impact führt die PM-Funktion eine formale
Qualitätsprüfung durch:
- **PM-Framework-Compliance-Check**: Prüfung der Einhaltung aller
PM-Standards.
- **Cross-Process-Impact-Analysis**: Bewertung möglicher Seiteneffekte
auf andere Prozesse.
- **Tool-Kompatibilität**: Sicherstellung der Integration in bestehende
PM-Tools.
- **Dokumentations-Vollständigkeit**: Kontrolle der vollständigen und
korrekten Dokumentation.
Diese Prüfung erfolgt **vor Projektabschluss** und ist **Voraussetzung
für die finale Abnahme**.
------------------------------------------------------------------------
## **4. Externe Governance-Integration**
### **4.1 Integration in Vision Board-Governance**
#### **4.1.1 PM-relevante Vision Board-Entscheidungen**
Das Vision Board trifft strategische Entscheidungen mit PM-Relevanz:
- **PM-Strategische Ausrichtung**: Grundsätzliche Rolle und
Positionierung der PM-Funktion in DIGITOM.
- **Framework-Transformationen**: Freigabe strategischer
Framework-Änderungen (Kategorie C).
- **Strategische Leistungen**: Beauftragung und Priorisierung
strategischer PM-Initiativen.
- **PM-Ressourcen-Rahmen**: Grundsätzliche Kapazitäts- und
Budget-Entscheidungen für PM-Funktion.
#### **4.1.2 PM-Input für Vision Board**
Die Leiter\*in PM liefert **strategischen Input** für Vision
Board-Entscheidungen:
- **Prozesslandschafts-Assessment**: Jährliche Bewertung der
Prozess-Reife und strategischen Prozess-Herausforderungen.
- **Framework-Entwicklungsvorschläge**: Vorschläge für strategische
Framework-Weiterentwicklungen.
- **Organisationsreife-Einschätzung**: Assessment der PM-Kompetenz und
Change-Bereitschaft in DIGITOM.
### **4.2 Integration in Mission Board-Governance**
#### **4.2.1 PM-relevante Mission Board-Entscheidungen**
Das Mission Board fungiert als **taktische Steuerungsebene** für
PM-Leistungen:
- **Freigabe von Projekt-Leistungen**: Entscheidung über
ressourcenintensive PM-Unterstützung für Projekte.
- **Prioritäts-Konflikte**: Auflösung von Ressourcenkonflikten zwischen
verschiedenen PM-Anfragen.
- **Prozess-Governance-Eskalationen**: Entscheidung bei schwerwiegenden
Governance-Konflikten.
- **Jährliche PM-Leistungsplanung**: Freigabe des Jahresplans für
geplante PM-Leistungen.
####
#### **4.2.2 Mission Board-Reporting durch PM**
- **Regelmäßige Governance-Reports**: Performance der PM-Funktion,
Framework-Adoption, kritische Issues.
- **Ad-hoc Eskalations-Briefings**: Bei strategischen Problemen oder
Ressourcenengpässen.
- **Jährliche Leistungsplanung**: Vorstellung des geplanten
Leistungs-Portfolios für das Folgejahr.
------------------------------------------------------------------------
##
## **5. Verantwortungs- und Eskalationsarchitektur**
### **5.1 Primäre Verantwortlichkeiten**
#### **5.1.1 Leiter\*in Prozess-Management**
- **Strategische Verantwortung**: Ausrichtung der PM-Funktion an
DIGITOM-Zielen.
- **Ressourcen-Verantwortung**: Allokation von PM-Kapazitäten nach
strategischen Prioritäten.
- **Stakeholder-Verantwortung**: Management der Beziehungen zu Gremien
und Fachbereichen/ Abteilungen.
- **Eskalations-Verantwortung**: Entscheidung bei PM-internen Konflikten
und strategischen Issues.
- **Bei kritischen Ressourcenkonflikten**: Empfehlung ans Mission Board
mit Entscheidungsvorlage
- **Delegation von Entscheidungen nach oben bei**:
- Konflikten mit gesetzlichen vs. strategischen Prioritäten
- Grundsätzlichen Richtungsentscheidungen - Politisch sensiblen Themen
#### **5.1.2 Prozess-Framework-Manager\*in**
- **Framework-Verantwortung**: Qualität, Aktualität und Anwendbarkeit
des PM-Frameworks.
- **Standards-Verantwortung**: Definition und Pflege einheitlicher
PM-Standards.
- **Innovation-Verantwortung**: Integration neuer Tools, Methoden und
Best Practices.
#### **5.1.3 Prozesslandschafts-Koordinator\*in**
- **Governance-Verantwortung**: Überwachung der PM-Framework-Compliance
und Governance-Qualität.
- **Koordinations-Verantwortung**: Abstimmung zwischen verschiedenen
Process Ownern.
- **Reporting-Verantwortung**: Bereitstellung von
PM-Governance-Transparenz für Gremien
#### **5.1.4 Prozess-Berater:innen**
- **Leistungsverantwortung**: Qualität der direkten PM-Beratung und
-Unterstützung.
<!-- -->
- **Kundenverantwortung**: Zufriedenheit und Erfolg der betreuten
Fachbereiche/ Abteilungen.
#### **5.1.5 Key-User-Netzwerk-Manager\*in**
- **Community-Verantwortung**: Aufbau und Betreuung des dezentralen
PM-Netzwerks.
- **Befähigungs-Verantwortung**: Kompetenzentwicklung und
Selbsthilfe-Befähigung.
###
### **5.2 Eskalationswege und -trigger**
#### **5.2.1 Stufe 1: Operative Eskalation (binnen PM-Funktion)**
- **Trigger**: Ressourcenkonflikte, komplexe Beratungsfälle,
Methodenunklarheiten.
- **Eskalationsweg**: Beratende PM-Rolle → Leiterin PM.
- **Zeitrahmen**: **24-48 Stunden** für Entscheidung.
- **Outcomes**: Ressourcen-Umpriorisierung, methodische Klärung, interne
Lösungsfindung.
#### **5.2.2 Stufe 2: Taktische Eskalation (Mission Board)**
- **Trigger**: Strategische Ressourcenkonflikte, Framework-Widerstand,
prozessübergreifende Konflikte.
- **Eskalationsweg**: Leiterin PM → Mission Board (über reguläre
Sitzungen oder ad-hoc).
- **Zeitrahmen**: **1-2 Wochen** für Mission Board-Behandlung.
- **Outcomes**: Prioritäts-Neuordnung, Konfliktlösung, zusätzliche
Ressourcen-Freigabe.
Folgende Situationen erfordern eine verpflichtende Eskalation ans
Mission Board:
- Ressourcenkonflikte zwischen Projekten mit harten Deadlines
- Governance-Lücken, die nicht binnen 4 Wochen gelöst werden können
- Verweigerung der Zusammenarbeit durch Abteilungen
- Grundsätzliche Framework-Widerstände aus mehreren Bereichen
#### **5.2.3 Stufe 3: Strategische Eskalation (Vision Board)**
- **Trigger**: Grundsätzliche Framework-Konflikte, strategische
PM-Richtungsfragen, organisationsweite PM-Krisen.
- **Eskalationsweg**: Mission Board → Vision Board oder direkt durch
Leiterin PM bei Krisensituationen.
- **Zeitrahmen**: **2-4 Wochen** für strategische Entscheidung.
- **Outcomes**: Strategische Neuausrichtung,
Framework-Grundsatzentscheidungen, Organisationsänderungen.
#### **5.2.3 Governance-Lücken-Management**
Wenn die PLK eine Governance-Lücke im DIGIT/ DIGITOM identifiziert:
**Kurzfristig lösbar:**
- PLK informiert Prozessberater:in
- Prozessberater:in spricht mit verantwortlicher Person im Fachbereich/
Abteilungen
- Bei erfolgreicher Lösung: Dokumentation durch PLK, Monitoring der
Umsetzung
**Langfristig/strukturell:**
- PLK dokumentiert die Governance-Lücke
- Strukturierte Eskalation über LPM ans Mission Board
- Mission Board priorisiert und entscheidet über Maßnahmen
- PLK verfolgt initiierte Maßnahmen bis zur Schließung der Lücke nach
**Keine Kooperation des Fachbereichs/ Abteilung:**
- Direkte Eskalation ans Mission Board mit Hinweis auf Verweigerung
- Mission Board entscheidet über verbindliche Maßnahmen
### **5.3 Konfliktlösungs-Mechanismen**
#### **5.3.1 Framework-Widerstand**
- **Erste Stufe**: Prozess-Berater\*in führt Stakeholder-Dialog zur
Bedarfsklärung.
- **Zweite Stufe**: Prozesslandschafts-Koordinator\*in moderiert
Interessenausgleich.
- **Dritte Stufe**: Leiter\*in PM eskaliert an zuständiges Gremium für
autoritative Entscheidung.
#### **5.3.2 Ressourcen-Konkurrenz**
- **Dokumentation** aller konkurrierenden Anfragen mit Business Case und
Dringlichkeit.
- **Stakeholder-Konsultation** zur Interessenabwägung.
- **Entscheidung** durch Leiterin PM nach definierten
Prioritätskriterien.
- **Transparente Kommunikation** der Entscheidung und alternative
Lösungsoptionen.
#### **5.3.3 Compliance-Konflikte**
- **Sofortige Einbindung** relevanter Compliance-Funktionen (ISB,
Datenschutz, Qualitätsmanagement).
- **Gemeinsame Lösungsentwicklung** zwischen PM und
Compliance-Bereichen.
- **Eskalation** an Mission Board bei unauflösbaren Zielkonflikten.
------------------------------------------------------------------------
##
## **6. Jahresplanung und strategische Leistungs-Governance**
### **6.1 Strategische Leistungsplanung**
#### **6.1.1 Jahresplanungsprozess**
- **Q4 des Vorjahres**: Bedarfserhebung bei allen Stakeholdern und
strategische Priorisierung.
- **Dezember**: Entwurf des PM-Leistungsplans mit Ressourcenallokation
und Zeitplanung.
- **Januar**: Mission Board-Freigabe des Plans nach eventuellen
Anpassungen.
- **Februar**: Kommunikation und Abstimmung der geplanten Leistungen mit
Stakeholdern.
#### **6.1.2 Leistungs-Portfolio-Struktur (beispielhaft)**
- **40% Strategische Leistungen**: Vom Vision Board beauftragte
strategische Initiativen.
- **30% Projekt Leistungen**: Geplante projektbezogene PM-Unterstützung
nach Mission Board-Priorisierung.
- **20% Geplante Standard-Leistungen:** Regelmäßige Leistungen wie
Schulungen, Community-Events, Framework-Updates.
- **10% Krisen-Leistungen**

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@ -0,0 +1,169 @@
# **Prozess-Management: Konzeptrahmen und Dokumentationsarchitektur**
## **1. Die Herausforderung: Zwischen Standardisierung und Befähigung**
Moderne Verwaltungsorganisationen stehen vor einem fundamentalen
Dilemma: Sie müssen gleichzeitig Stabilität gewährleisten und Agilität
ermöglichen. Im Kontext des DIGITOM manifestiert sich diese Spannung
besonders deutlich in der Frage, wie Prozesse gestaltet und gesteuert
werden sollen.
Die traditionelle Antwort -- zentrale Vorgaben und strikte Kontrolle --
greift in einer komplexen, vernetzten Organisation zu kurz. Gleichzeitig
führt völlige Dezentralisierung zu Wildwuchs und Ineffizienz. Die
Prozess-Management-Funktion des DIGITOM navigiert bewusst in diesem
Spannungsfeld.
## **2. Die Lösung: Eine mehrdimensionale Organisationsarchitektur**
Statt einer monolithischen Struktur wurde für das Prozess-Management
eine vielschichtige Architektur entwickelt. Diese erlaubt es,
verschiedene organisationale Bedürfnisse gleichzeitig zu adressieren:
- **Strategische Steuerung** bei gleichzeitiger operativer Flexibilität
- **Methodische Standards** bei gleichzeitiger fachlicher Autonomie
- **Zentrale Kompetenz** bei gleichzeitiger dezentraler Befähigung
Diese scheinbaren Widersprüche werden nicht aufgelöst, sondern produktiv
genutzt. Aus diesem Spannungsfeld entsteht Antrieb für eine ständige
Verbesserung.
##
## **3. Die Dokumentationsarchitektur: Fünf Perspektiven, ein System**
Die Komplexität dieser Organisationsform spiegelt sich in der bewusst
gewählten Dokumentationsstruktur wider. Jedes Dokument beleuchtet das
Gesamtsystem aus einer spezifischen Perspektive und erfüllt einen
eigenen Zweck:
### **3.1 Die Funktionsbeschreibung: Legitimation und Mandat**
**Kernfrage: Was darf und soll die PM-Funktion?**
Dieses Dokument schafft die formale Grundlage. Es definiert den
Verantwortungsbereich, grenzt Zuständigkeiten ab und legitimiert das
Handeln der PM-Funktion innerhalb der Gesamtorganisation. Hier findet
sich die \"Verfassung\" der Funktion -- ihre grundlegenden Rechte und
Pflichten.
### **3.2 Das Leistungs-Canvas: Der Nutzennachweis**
**Kernfrage: Welchen konkreten Mehrwert schafft die PM-Funktion?**
Während die Funktionsbeschreibung sagt, was getan werden darf, zeigt das
Leistungs-Canvas, was tatsächlich geleistet wird. Es nimmt konsequent
die Perspektive der Nutzer:innen ein und macht sichtbar, wie aus
Aktivitäten konkreter Nutzen entsteht. Das Canvas-Format ermöglicht
dabei eine ganzheitliche Betrachtung aller relevanten Elemente.
### **3.3 Das Rollenmodell: Die Arbeitsorganisation**
**Kernfrage: Wer trägt welche Verantwortung?**
Acht differenzierte Rollen ermöglichen es, verschiedene Aspekte der
PM-Arbeit klar zu verteilen. Von der strategischen Führung über
methodische Expertise bis zur operativen Beratung -- jede Rolle hat
ihren spezifischen Fokus. Diese Differenzierung verhindert
Interessenskonflikte und schafft Klarheit in der Zusammenarbeit.
### **3.4 Das Governance-Modell: Die Spielregeln**
**Kernfrage: Wie werden Entscheidungen getroffen?**
Governance bedeutet hier nicht Kontrolle, sondern Befähigung. Das Modell
definiert differenzierte Entscheidungswege für verschiedene
Leistungstypen -- von niedrigschwelligen Standardleistungen bis zu
strategischen Transformationen. Eskalationspfade sind klar definiert,
aber so gestaltet, dass sie nur bei echtem Bedarf genutzt werden.
###
### **3.5 Die RACI-Matrix: Das Navigationsinstrument**
**Kernfrage: Wer ist wofür konkret zuständig?**
Als verdichtete Übersicht macht die Matrix Verantwortlichkeiten auf
einen Blick sichtbar. Sie dient als praktisches Nachschlagewerk im
Arbeitsalltag und verhindert Zuständigkeitskonflikte durch klare
Rollenzuweisungen.
## **4. Systemische Zusammenhänge: Wie die Elemente ineinandergreifen**
Die fünf Dokumente stehen nicht isoliert nebeneinander, sondern bilden
ein integriertes System:
- Die **Funktionsbeschreibung** legitimiert die im **Leistungs-Canvas**
beschriebene Leistungen
- Das **Rollenmodell** operationalisiert die Leistungserbringung durch
klare Verantwortlichkeiten
- Das **Governance-Modell** regelt, wie diese Rollen zusammenarbeiten
und Entscheidungen treffen
- Die **RACI-Matrix** macht diese Zusammenarbeit transparent und
nachvollziehbar
Jedes Element verstärkt und ergänzt die anderen. Gemeinsam schaffen sie
ein robustes, aber flexibles Organisationsdesign.
## **5. Navigationshinweise: Verschiedene Wege durch die Dokumentation**
Je nach Rolle und Erkenntnisinteresse bieten sich unterschiedliche
Einstiegspunkte:
- **Für Führungskräfte und Entscheidungsträger:innen:**\
Start beim **Governance-Modell**, um Entscheidungswege und
Steuerungsmechanismen zu verstehen. Anschließend das
**Leistungs-Canvas** für den strategischen Nutzen.
- **Für operative Teams und Fachbereiche:\**
Einstieg über das **Leistungs-Canvas**, um verfügbare Services und
Zugangswege zu erkunden. Die **RACI-Matrix** zeigt dann konkrete
Ansprechpersonen.
- **Für neue Mitarbeitende der PM-Funktion:\**
Beginn mit der **Funktionsbeschreibung** für das grundlegende
Verständnis, dann das **Rollenmodell** für die eigene Verortung im
Team.
- **Für Projektleitungen:**\
Fokus auf **Governance-Modell** (Abschnitt zur projektzentrierten
Prozessgestaltung) und **RACI-Matrix** für konkrete Abstimmungswege.
## **6. Die zentrale Balance: Standardisierung ermöglichen, Autonomie bewahren**
Das Prozess-Management im DIGITOM verfolgt keine totale Harmonisierung.
Stattdessen schafft es einen verbindlichen Rahmen, innerhalb dessen
fachliche Vielfalt möglich bleibt. Diese Balance zeigt sich in mehreren
Dimensionen:
- **Methodische Standards** bei **fachlicher Freiheit\**
- **Zentrale Governance** bei **dezentraler Ausführung**
- **Verbindliche Frameworks** bei **situativer Anpassung**
Die Kunst liegt darin, genug Struktur für Effizienz zu schaffen, ohne
die notwendige Flexibilität zu ersticken.
## **Ausblick: Ein lernendes System**
Die hier dokumentierte Organisationsform ist kein statisches Konstrukt.
Sie ist darauf angelegt, sich weiterzuentwickeln -- durch Feedback aus
der Praxis, veränderte Rahmenbedingungen und neue Erkenntnisse.
Die mehrdimensionale Dokumentation ermöglicht dabei gezielte
Anpassungen: Einzelne Elemente können weiterentwickelt werden, ohne das
Gesamtsystem zu destabilisieren. So entsteht eine Organisation, die
gleichzeitig stabil und adaptiv ist -- genau das, was moderne Verwaltung
braucht.
------------------------------------------------------------------------
*Die vorliegende Dokumentation ist das Ergebnis eines intensiven
Konzeptionsprozesses. Sie spiegelt den aktuellen Entwicklungsstand wider
und wird kontinuierlich fortgeschrieben.*

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@ -0,0 +1,419 @@
# **Prozess-Management: Leistungs-Canvas**
------------------------------------------------------------------------
## **1. Warum ein Leistungs-Canvas?**
Organisationen verstehen sich oft durch ihre formalen Strukturen --
Organigramme, Stellenbeschreibungen, Verantwortungsmatrizen. Diese
Instrumente sind wichtig, greifen aber zu kurz, wenn es darum geht, den
tatsächlichen Wertbeitrag einer Funktion sichtbar zu machen. Das
Leistungs-Canvas wählt deshalb einen anderen Zugang: **Es betrachtet die
Prozess-Management-Funktion konsequent aus der Perspektive ihrer
Nutzer:innen**.
Diese Perspektivverschiebung macht sichtbar, was in traditionellen
Funktionsbeschreibungen oft untergeht: Wie entsteht konkret Nutzen?
Welche Beziehungen ermöglichen wirksame Zusammenarbeit? Über welche Wege
werden Leistungen tatsächlich zugänglich?
Das Canvas-Format hat sich bei vielen Organisationen als Instrument zur
Geschäftsmodellentwicklung etabliert. Seine Stärke liegt in der
visuellen Verdichtung komplexer Zusammenhänge. Für den
Verwaltungskontext wurde es hier adaptiert: Statt um Erlösströme und
Kostenstrukturen geht es um Leistungsbeziehungen und
Ressourcenallokation. Statt Kunden werden Nutzer:innen in den
Mittelpunkt gestellt.
Die Entwicklung dieses Canvas erfolgte in einem kollaborativen
Workshop-Format. Vertreter:innen der Prozess-Management Funktion
erarbeiteten gemeinsam, welche Leistungen die PM-Funktion erbringen soll
und wie diese optimal zugänglich gemacht werden können.
Drei Leitfragen strukturierten diesen Prozess:
- Was erwarten die verschiedenen Nutzergruppen von einer PM-Funktion?
- Wie kann die Funktion diese Erwartungen bestmöglich erfüllen?
- Welche Voraussetzungen müssen dafür geschaffen werden?
Die Antworten auf diese Fragen verdichten sich im Canvas zu einem
kohärenten Gesamtbild.
Das Canvas erfüllt damit mehrere Funktionen gleichzeitig: Es schafft
Klarheit über das Leistungsportfolio, macht Zusammenhänge zwischen
verschiedenen Elementen sichtbar und dient als Kommunikationsinstrument
zwischen PM-Funktion und ihren Nutzer:innen. Nicht zuletzt ist es ein
Steuerungsinstrument, das zeigt, wo Ressourcen investiert werden müssen,
um maximalen Nutzen zu generieren.
##
## **2. Die Logik des Canvas verstehen**
Das Leistungs-Canvas strukturiert die PM-Funktion in sieben miteinander
verbundene Bausteine. Diese Bausteine folgen einer inneren Logik: Sie
beginnen bei den Nutzer:innen und ihren Bedarfen, definieren das
Leistungsversprechen und zeigen auf, wie dieses Versprechen eingelöst
wird.
Die rechte Seite des Canvas fokussiert auf die Außenperspektive -- wer
sind die Nutzer:innen, welche Beziehungen werden zu ihnen aufgebaut,
über welche Kanäle erfolgt die Interaktion. Die linke Seite richtet den
Blick nach innen -- welche Aktivitäten sind erforderlich, welche
Ressourcen werden benötigt, mit wem muss kooperiert werden. Im Zentrum
steht das Wertversprechen als verbindendes Element.
![](media/image1.jpg){width="6.267716535433071in"
height="3.5416666666666665in"}
Diese Struktur ist kein Selbstzweck. Sie zwingt dazu, konsequent vom
Nutzen her zu denken und erst dann die erforderlichen Mittel zu
definieren. Klassische Organisationsentwicklung geht oft den umgekehrten
Weg -- definiert erst Strukturen und Prozesse, dann deren Zweck. Das
Canvas kehrt diese Logik um.
##
## **3. Die sieben Bausteine im Detail**
### **3.1 Cluster A: Für wen die PM-Funktion da ist**
#### **3.1.1 Nutzendensegmente**
Die verschiedenen internen Zielgruppen, für die die PM-Funktion
Leistungen erbringt. Jedes Segment hat spezifische Bedarfe, Erwartungen
und Arbeitsweisen. Die Differenzierung ermöglicht passgenaue Angebote --
von strategischer Transparenz für Gremien bis zur methodischen
Unterstützung für operative Teams. Entscheidend ist das Verständnis,
dass unterschiedliche Nutzergruppen unterschiedliche Formen der
Unterstützung benötigen:
- **Management-Gremien (Vision Board, Mission Board)** benötigen
Transparenz über die Prozesslandschaft und Governance-Berichte. Sie
profitieren von einheitlichen Standards zur besseren Steuerung und
strategischen Ausrichtung der Organisation.
- **Abteilungsleitungen** nutzen die Prozessperspektive für bessere
Ressourcenplanung, Steuerung ihrer Bereiche und fundierte
Entscheidungen bei bereichsübergreifenden Themen.
- **Process Owner der Teilprozesse** -- Stakeholder Management, Demand
Portfolio Management, Projekt Portfolio Management und Service
Portfolio Management -- tragen die End-to-End-Verantwortung für ihre
jeweiligen Teilprozesse und benötigen methodische Unterstützung zur
Prozessoptimierung und -steuerung.
- **Fachbereiche und ihre Teams mit Key-Usern** sind die Hauptadressaten
für methodische Unterstützung, Befähigung und Standards, um ihre
fachspezifischen Prozesse eigenständig zu dokumentieren und zu
verbessern.
- **Projekt- und Programmorganisationen** greifen auf das
Prozessmanagement zurück für einheitliche Prozessvorgaben, methodische
Beratung und Sicherstellung der Framework-Compliance in ihren
Projekten.
#### **3.1.2 Nutzendenbeziehung**
Die Art und Qualität der Zusammenarbeit zwischen PM-Funktion und ihren
Nutzer:innen. Sie definiert das \"Wie\" der Interaktion --
partnerschaftlich, befähigend, beratend oder formal steuernd. Die
bewusste Gestaltung dieser Beziehungen prägt maßgeblich, ob und wie gut
die PM-Leistungen angenommen und wirksam werden:
- **Partnerschaftliche Zusammenarbeit & Co-Kreation**: Aufbau von
Vertrauen und kollaborative Zusammenarbeit mit Fachbereichen, wobei
Key-User als zentrale Partner:innen eng in die Entwicklung und
Umsetzung von Prozesslösungen eingebunden werden.
- **Persönliche Beratung & Dedizierte Unterstützung**: Bereitstellung
direkter Beratung und Coaching, insbesondere bei komplexen
Prozessherausforderungen oder strategischen Initiativen, mit
besonderem Fokus auf die Befähigung der Key-User als
Multiplikator:innen.
- **Befähigungsorientierte Begleitung**: Konsequente Fokussierung auf
Befähigung statt Ausführung -- Ermächtigung der Nutzenden, ihre
Prozesse eigenständig zu managen, wobei Key-User als erste
Ansprechpartner:innen in ihren Bereichen etabliert werden.
- **Community Building & Facilitation**: Aktive Förderung und Pflege des
Key-User-Netzwerks als zentrales Element für gemeinsames Lernen,
Erfahrungsaustausch und kontinuierliche Verbesserung über
Abteilungsgrenzen hinweg.
- **Proaktive Impulsgebung**: Agieren als Impulsgeber durch die
Vorstellung neuer Methoden, Best Practices und die Anregung des
Prozessdenkens in der Organisation, wobei Key-User als
Multiplikator:innen diese Impulse in ihre Fachbereiche tragen.
- **Governance-basierte Interaktion**: Formelles Reporting, strategische
Abstimmung und Eskalationsmanagement mit Vision/Mission Boards,
einschließlich regelmäßiger Berichte über die Entwicklung der
dezentralen Prozesskompetenzen.
#### **3.1.3 Kanäle**
Die Wege und Formate, über die PM-Leistungen zugänglich werden. Von
persönlicher Beratung über digitale Plattformen bis zu
Community-Formaten -- jeder Kanal erfüllt spezifische Funktionen und
erreicht unterschiedliche Zielgruppen. Die Vielfalt der Kanäle sichert
niedrigschwelligen Zugang und ermöglicht situationsgerechte
Unterstützung.
- **Direkte Interaktions- & Befähigungskanäle** umfassen Workshops und
Schulungen zur Vermittlung von Wissen, Methoden und
Werkzeugkompetenzen in verschiedenen Formaten. Beratungsgespräche und
individuelles oder Team-Coaching bieten maßgeschneiderte
Unterstützung. Die Moderation von Prozess-Workshops auf Anfrage
unterstützt kollaborative Prozessarbeit, insbesondere bei komplexen
oder bereichsübergreifenden Prozessen. Ein Ticketsystem dient als
formaler Kanal für Anfragen mit automatischem Routing an das PM-Team.
- **Self-Service & digitale Lernkanäle** bieten niedrigschwelligen
Zugang: Eine zentrale Wissensplattform (Confluence) ermöglicht
selbstständigen Zugang zum PM-Framework, Methodenhandbuch, Templates,
Prozessregister und FAQs. Ein KI-gestützter PM-Assistent bietet
interaktiven Dialog für Prozessfragen und kontextspezifische
Antworten. Das Prozessvisualisierungs-Tool (Picture Prozess Plattform)
ermöglicht die eigenständige Arbeit mit der Prozesslandschaft.
E-Learning-Module bieten strukturierte Lernpfade für selbstgesteuertes
Lernen.
- **Community- & Kommunikationskanäle** fördern den Austausch:
Key-User-Netzwerktreffen und Communities of Practice ermöglichen
regelmäßigen Erfahrungsaustausch und kollektives Lernen.
Informationsveranstaltungen und Newsletter kommunizieren
Framework-Updates und relevante PM-Informationen. Das DigiLog
Podcast-Format teilt Einsichten und Erfolgsgeschichten zur Förderung
des Prozessdenkens.
### **3.2 Cluster B: Was die PM-Funktion bietet**
#### **3.2.1 Wertversprechen**
Der konkrete Nutzen, den die PM-Funktion für ihre verschiedenen
Zielgruppen schafft. Es übersetzt organisationale Bedarfe in greifbare
Leistungszusagen. Das Wertversprechen verbindet, was Nutzer:innen
brauchen, mit dem, was die PM-Funktion leisten kann -- und macht damit
den Mehrwert der Funktion explizit. Es ist das zentrale Element, das
alle anderen Bausteine ausrichtet:
- **Für Strategische Gremien** bietet die PM-Funktion strategische
Prozess-Governance und Transparenz durch eine konsistente, strategisch
ausgerichtete Prozesslandschaft. Messbare Verbesserung und
KPI-basierte Steuerung ermöglichen faktenbasierte Bewertung von
Prozessleistung und Nachweis von Optimierungserfolgen.
Entscheidungsunterstützung und Risikominimierung erfolgen durch
Konzepte zur Weiterentwicklung des Operating Models und proaktive
Meldung von Risiken. Die Schaffung skalierbarer Prozessstrukturen
ermöglicht Organisationswachstum und erschließt systematisch
Automatisierungspotenziale.
- **Für Fachbereiche, Abteilungsleitungen, Key User und Projektteams**
stellt die PM-Funktion ein einheitliches Prozessmanagement-Framework
mit verbindlichen Standards, Methoden, Werkzeugen und Templates
bereit. Methodische Beratung und Unterstützung erfolgt von der
Erstaufnahme bis zur Automatisierung. Die systematische Befähigung zur
Selbsthilfe erfolgt durch Schulungen, Coaching,
Self-Service-Ressourcen und das Key-User-Netzwerk. Klarheit und
Orientierung entstehen durch eine gemeinsame Prozess-Sprache über alle
Hierarchieebenen.
- **Für die Gesamtorganisation** schafft die PM-Funktion die Grundlage
für Effektivität und kontinuierliche Verbesserung durch methodische
Rahmenbedingungen für anpassungsfähige Arbeitsabläufe. Automatisierung
und Digitalisierung werden durch systematische Identifikation von
Automatisierungspotenzialen vorangetrieben. Siloüberwindung und
Integration erfolgen durch transparente End-to-End-Prozesse und
einheitliche Standards.
###
### **3.3 Cluster C: Wie die PM-Funktion es ermöglicht**
#### **3.3.1 Schlüsselaktivitäten**
Die zentralen Tätigkeiten, durch die die PM-Funktion ihr Wertversprechen
einlöst. Von Framework-Entwicklung über Beratung bis zur Befähigung --
diese Aktivitäten transformieren Ressourcen in konkreten Nutzen. Sie
zeigen, womit die PM-Funktion ihre Zeit verbringt und wo Kompetenzen
aufgebaut werden müssen:
- **Framework-Entwicklung & -Pflege** umfasst die kontinuierliche
Definition und Weiterentwicklung des verbindlichen PM-Frameworks
inklusive Methoden, Standards, Templates und Governance-Regeln. Dies
beinhaltet die laufende Analyse interner Bedarfe und externer Best
Practices sowie die Entwicklung standardisierter Templates.
- **Management der Prozesslandschaft & Governance** bedeutet Aufbau,
Pflege und Überwachung der Gesamtarchitektur übergreifender Prozesse.
Die Sicherstellung der Framework-Compliance und das Aufdecken von
Governance-Lücken gehören ebenso dazu wie die Bereitstellung des
Prozessregisters.
- **Tool-Bereitstellung & -Management** beinhaltet Auswahl,
Implementierung und kontinuierliche Wartung zentraler PM-Tools. Die
technische Verfügbarkeit, Updates und Support werden sichergestellt,
neue technologische Möglichkeiten wie KI-gestützte Prozessanalyse
integriert.
- **Beratung & Methodische Unterstützung** erfolgt durch Durchführung
von Beratungen, Coachings und Moderation von Workshops zur
Prozessanalyse und -optimierung. Der Schwerpunkt liegt auf der
Befähigung der Fachbereiche zur eigenständigen Prozessarbeit.
- **Befähigung & Kompetenzaufbau** umfasst Entwicklung und Umsetzung des
Befähigungskonzepts, Qualifizierung und Betreuung des
Key-User-Netzwerks sowie Durchführung von Schulungen.
- **Kommunikation & Stakeholder-Engagement** bedeutet aktive
Kommunikation von Framework-Updates und Prozessänderungen, Reporting
an Gremien sowie proaktive Information bei identifizierten
Governance-Lücken.
- **Prozessinnovation & -weiterentwicklung** beinhaltet die
Identifikation von Optimierungspotenzialen, systematische
Identifikation von Automatisierungsmöglichkeiten und Zusammenarbeit
mit dem KI-Hub für innovative Lösungsansätze.
####
#### **3.3.2 Schlüsselressourcen**
Das notwendige Fundament für wirksame PM-Arbeit. Dazu gehören
menschliche Kompetenzen, intellektuelles Kapital wie Frameworks und
Methoden, technische Infrastruktur sowie gewachsene Netzwerke. Diese
Ressourcen ermöglichen erst die Durchführung der Schlüsselaktivitäten
und müssen kontinuierlich gepflegt und weiterentwickelt werden.
- **Menschliche Ressourcen** umfassen fachliche und methodische
Expertise in Prozessmanagement-Methoden, -Standards und -Governance.
Beratungs- und Moderationskompetenz sowie ausreichende personelle
Kapazität sind essentiell.
- **Intellektuelle Ressourcen** bestehen aus dem dokumentierten
PM-Framework mit Standards und Methoden, der Prozesslandkarte mit
Prozessregister, strukturierten Schulungskonzepten und einer
umfassenden Template-Bibliothek.
- **Physische/Technische Ressourcen** beinhalten zentrale PM-Werkzeuge
für Prozessmodellierung und -dokumentation, KI-gestützte
Assistenzsysteme zur Prozessanalyse sowie digitale
Kollaborationsplattformen.
- **Beziehungsnetzwerk & Zugänge** umfassen etablierte
Governance-Zugänge zu relevanten Entscheidungsgremien, das
Key-User-Netzwerk als Community dezentraler Prozessansprechpartner
sowie ein organisationsweites Beziehungsnetzwerk von Mitarbeitenden
bis zur Führung.
#### **3.3.3 Schlüsselpartner**
Die internen Kooperationspartner, mit denen die PM-Funktion
zusammenarbeitet, um ihr volles Potenzial zu entfalten. Von
IT-Architektur über Datenschutz bis zu Process Ownern -- diese
Partnerschaften erweitern die eigenen Möglichkeiten und sichern die
Integration in die Gesamtorganisation. Erfolgreiche PM-Arbeit ist immer
Teamarbeit über Funktionsgrenzen hinweg.
- **IT-Architektur** definiert technische Rahmenbedingungen und
Standards, die Framework und Werkzeugauswahl beeinflussen.
- Der **Informationssicherheitsbeauftragte** stellt IT-Sicherheit und
technische Compliance von Prozessen sicher.
- Die **Datenschutzbeauftragte** gewährleistet datenschutzkonforme
Prozessgestaltung.
- **Business Continuity Management** kategorisiert kritische Prozesse
und integriert Notfallpläne.
- **Data Excellence Governance** stimmt datengetriebene Prozesse ab.
- Der **KI-Hub** fungiert als strategischer Partner für KI-basierte
Prozessinnovationen.
- Das **Vision Board** agiert als strategischer Auftraggeber für die
PM-Ausrichtung.
- **Process Owner** der Teilprozesse -- Stakeholder-Manager, Demand
Portfolio Manager, Projekt Portfolio Manager und Service Portfolio
Manager -- verantworten ihre jeweiligen Teilprozesse.
- Das **Qualitätsmanagement** (Status noch zu klären) könnte als Partner
zur Abstimmung von QM-Anforderungen und PM-Standards fungieren.
- **Zentrale GPM (Geschäftsprozess Management):** Ämterübergreifender
Prozess-Framework-Verantwortlicher für einheitliche GPM-Standards und
-Methoden. Verfügt über die vollständige Prozesslandkarte aller Ämter
und koordiniert die strategische Weiterentwicklung des
Geschäftsprozessmanagements.
## **4. Das Gesamtbild: Zusammenhänge erkennen**
Das Leistungs-Canvas macht sichtbar, wie die verschiedenen Elemente der
PM-Funktion ineinandergreifen. Die Nutzer:innen mit ihren spezifischen
Bedarfen stehen am Ausgangspunkt. Das Wertversprechen übersetzt diese
Bedarfe in konkrete Leistungszusagen. Die Kanäle definieren, wie diese
Leistungen zugänglich werden. Die Beziehungsgestaltung prägt die Art der
Zusammenarbeit.
Auf der Umsetzungsseite zeigen die Schlüsselaktivitäten, wie das
Wertversprechen eingelöst wird. Die Schlüsselressourcen bilden das
notwendige Fundament. Die Schlüsselpartner erweitern die eigenen
Möglichkeiten durch Kooperation.
Diese systemische Betrachtung offenbart Wechselwirkungen: Das
Key-User-Netzwerk beispielsweise ist gleichzeitig Kanal (für dezentrale
Unterstützung), Beziehungselement (Community Building) und Ressource
(Multiplikator:innen). Die Framework-Entwicklung ist Schlüsselaktivität,
deren Ergebnis als intellektuelle Ressource wiederum neue Aktivitäten
ermöglicht.
## **5. Praktische Lesehilfen**
Die verschiedenen Nutzergruppen finden sich im Canvas an
unterschiedlichen Stellen wieder:
- **Gremien** sollten besonders auf das strategische Wertversprechen,
die Governance-basierten Beziehungen und die formellen Berichtskanäle
achten. Für sie sind die übergreifenden Schlüsselaktivitäten wie
Framework-Entwicklung und Prozesslandschafts-Management besonders
relevant.
- **Fachbereiche und Teams** finden ihren Nutzen primär im operativen
Wertversprechen, den befähigungsorientierten Beziehungen und den
vielfältigen Zugangskanälen von persönlicher Beratung bis
Self-Service. Die Aktivitäten Beratung, Befähigung und
Tool-Bereitstellung adressieren ihre Bedarfe direkt.
- **Key-User** sind im Canvas mehrfach verortet: als Teil der
Nutzendensegmente, als Element der Community-Beziehungen, als
wichtiger Kanal und als Schlüsselressource. Diese Mehrfachrolle
unterstreicht ihre zentrale Bedeutung im Gesamtkonzept.
## **6. Verbindung zu anderen Konzeptbausteinen**
Das Leistungs-Canvas steht nicht isoliert, sondern ist Teil eines
integrierten Konzepts zur PM-Funktion:
- Die **Funktionsbeschreibung** definiert die formalen
Verantwortlichkeiten, die den hier dargestellten Leistungen zugrunde
liegen.
- Das **Governance-Modell** konkretisiert die Entscheidungswege und
Beauftragungslogiken, die in den Kanälen und Beziehungen angedeutet
werden.
- Das **Rollenmodell** spezifiziert, wer innerhalb der PM-Funktion für
welche Elemente des Canvas verantwortlich ist.
- Die **RACI-Matrix** operationalisiert die Zusammenarbeit mit den
Schlüsselpartnern.
Gemeinsam bilden diese Dokumente ein kohärentes Gesamtbild der
Prozess-Management-Funktion im DIGIT -- aus verschiedenen, sich
ergänzenden Perspektiven.

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@ -0,0 +1,724 @@
# **Prozess-Management: Rollenmodell**
------------------------------------------------------------------------
## **1. Strategische Architektur-Prinzipien**
Das Prozess-Management im DIGITOM operiert als **Enabling-Funktion** mit
klarer Trennung zwischen **methodischer Beratung** und **operativer
PM-Governance**. Die Rollen-Architektur folgt dem Prinzip der
**dezentralen Befähigung** bei **zentraler Methodenkompetenz**.
**Auflösung des Beratung-vs.-Governance-Konflikts:** Methodische
Unterstützung und PM-Compliance-Überwachung werden auf unterschiedliche
Rollen verteilt, um Vertrauen und Effektivität zu gewährleisten.
Hinweis: Die bewusste Differenzierung in 8 Kernrollen ermöglicht klare
Verantwortungsschnitte und vermeidet Interessenskonflikte (z.B. zwischen
PM-Governance-Überwachung und PM-Framework-Gestaltung).
## **2. Begriffsdefinition: End-to-End Verantwortung**
Im DIGITOM-Kontext bedeutet **\"End-to-End Verantwortung\"** die
vollständige Verantwortung für einen definierten Prozessabschnitt über
alle beteiligten Funktionen und Abteilungen hinweg.
Wichtige Abgrenzungen:
- End-to-End bezieht sich auf **Teilprozesse**, nicht auf den
Gesamtprozess (bspw. der Teilprozess \"Demand to Project")
- Der Process Owner trägt die Verantwortung **innerhalb seiner
Prozessebene**, sowie für die **aktive Gestaltung der Schnittstellen**
zu vor- und nachgelagerten Prozessen
- Die Verantwortung umfasst: Performance und Qualität des eigenen
Teilprozesses
- **Schnittstellen-Vereinbarungen** mit angrenzenden Process Ownern
- **Eskalation** bei Problemen in verbundenen Prozessen, die das eigene
Prozessergebnis gefährden
- Kontinuierliche Optimierung inkl. schnittstellenübergreifender
Verbesserungen. Diese Definition ist essentiell für das Verständnis
der nachfolgenden Rollenbeschreibungen, insbesondere der Process
Owner-Rollen.
------------------------------------------------------------------------
##
## **3. Kernrollen (Interne PM-Organisation)**
### **Rolle 1: Leiter\*in Prozess-Management**
**Hauptzweck:** Strategische Führung und operative Steuerung der
gesamten PM-Funktion zur Sicherstellung der Wertschöpfung für DIGITOM
**Kernaufgaben:**
- Strategische Ausrichtung der PM-Funktion an DIGIT-Zielen und
organisationalen Bedarfen
- Strategische Vorschläge zur Weiterentwicklung des DIGITOMs aus
Prozess-Management-Perspektive (z.B. neue Funktionen,
Rollenanpassungen, Governance-Strukturen)
- Koordination und Priorisierung der internen PM-Rollen (PFM, PLK, PB,
KNM)
- Stakeholder-Management zu Gremien und Fachbereichen/ Abteilungen
- Ressourcenplanung, Budgetverantwortung und Kapazitätssteuerung der
PM-Funktion
- Eskalationsmanagement bei strategischen Konflikten oder
Ressourcenengpässen
- Im Fall von Ressourcen-Konflikten: Erstbewertung und Empfehlung, bei
kritischen Fällen Eskalation ans Mission Board
- Berichterstattung an Vision Board über PM-Performance und strategische
Entwicklungen
- **Stakeholder:**
<!-- -->
- Vision Board (Auftraggeber und strategische Abstimmung=
- Mission Board (taktische Abstimmung)
- Interne PM-Rollen (Führung und Koordination)
- Abteilungsleitungen (strategische PM-Partnerschaften)
- Amtsleitung DIGIT (organisatorische Einbindung)
- Externe Berater und Dienstleister (strategische Partnerschaften)
**Entscheidungsbefugnisse:**
- Priorisierung von PM-Aufträgen bei Ressourcenkonflikten (bei
kritischen Entscheidungen in Konsultation mit Mission Board)
- Personalentscheidungen für PM-Team (Einstellung, Entwicklung,
Zielsetzung)
- Budget-Allokation für PM-Tools, Schulungen und externe Unterstützung
- Eskalation an Mission Board bei konkurrierenden Prioritäten
- PM-Framework-Freigaben nach PFM-Vorschlägen
**Kompetenzen:**
- Führungskompetenz für interdisziplinäre Teams mit verschiedenen
Expertisen
- Strategisches Stakeholder-Management und politische Sensibilität in
der Verwaltung
- Verständnis für das DIGITOM und das PM-Framework sowie organisationale
Transformationen
- Konfliktmanagement bei konkurrierenden Prioritäten in verschiedenen
Fachbereiche/ Abteilungen
- Change Management für komplexe organisatorische Veränderungen
------------------------------------------------------------------------
### **Rolle 2: Prozess-Framework-Manager\*in (PFM)**
**Hauptzweck:** Entwicklung und Pflege eines einheitlichen,
zukunftsfähigen PM-Frameworks, das DIGITOM-weit als methodische
Grundlage für qualitativ hochwertige Prozessarbeit dient
**Kernaufgaben:**
- Konzeption, Dokumentation und kontinuierliche Weiterentwicklung des
verbindlichen PM-Frameworks (Standards, Methoden, Tools,
Governance-Regeln)
- Entwicklung und Pflege eines zentralen KPI-Frameworks mit
standardisierten Messkategorien, Berechnungsmethoden und
Reporting-Standards
- Analyse externer Best Practices, Standards und gesetzlicher
Anforderungen für Integration ins PM-Framework
- PM-Framework-Kommunikation und Change Management bei größeren
Methodenänderungen
- Qualitätssicherung des PM-Frameworks durch systematisches
Feedback-Management
- Entwicklung von PM-Framework-Schulungskonzepten und
Zertifizierungsstandards
- Vorschläge zur Weiterentwicklung des DIGITOMs aus
Prozess-Management-Sicht
- Harmonisierung des PM-Frameworks mit dem Service Management Framework
- Identifikation geeigneter Methoden und technischer Ansätze zur
Digitalisierung und (Teil-)Automatisierung von Prozessen im Einklang
mit dem PM-Framework und der Gesamtstrategie
**Stakeholder:**
- Leiterin Prozess-Management (strategische Abstimmung und Freigaben)
- Alle internen PM-Rollen (Framework-Anwendung und Feedback)
- IT-Architektur (technische Machbarkeit und Systemintegration)
- ISB/Datenschutz (Compliance-Anforderungen)
- Process Owner (Framework-Implementierung in spezifischen Prozessen)
- Externe Standards-Organisationen und Beratungsunternehmen
- Zentrales GPM (HPA)
**Entscheidungsbefugnisse:**
- PM-Framework-Design-Entscheidungen im Rahmen strategischer Vorgaben
- Tool-Evaluierung und Empfehlungen für Investitionsentscheidungen
- Methodische Standards für einheitliche Prozessarbeit in DIGITOM
- PM-Framework-Update-Prioritäten basierend auf organisationalen
Bedarfen
**Kompetenzen:**
- Expertise in Prozessmanagement-Methoden (BPM, Lean, Six Sigma, Design
Thinking)
- Technisches Verständnis für digitale Prozess-Tools und
Plattform-Architekturen
- Systemisches Denken für komplexe organisatorische Zusammenhänge
- Didaktische Fähigkeiten für Framework-Kommunikation und
Wissensvermittlung
- Analytische Fähigkeiten für Technologie-Assessment und
Standards-Evaluierung
------------------------------------------------------------------------
###
### **Rolle 3: Prozesslandschafts-Koordinator\*in (PLK)**
**Hauptzweck:** Operative Governance und Transparenz der
DIGITOM-Prozesslandschaft zur Sicherstellung von Framework-Compliance
und End-to-End-Prozessqualität
**Kernaufgaben:**
- Aufbau, Pflege und kontinuierliche Aktualisierung des zentralen
Prozessregisters
- Monitoring von Framework-Compliance und Identifikation von
PM-Governance-Lücken
- Koordination prozessübergreifender-Initiativen zwischen verschiedenen
Process Owner
- PM-Governance-Reporting für Gremien mit Prozess-KPIs und
Compliance-Status
- Eskalationsmanagement bei Prozess-Konflikten zwischen Abteilungen
- Risiko-Assessment für Prozesslandschaft und frühzeitige
Problemerkennung
- Schnittstellen-Governance: Moderation von
Schnittstellen-Vereinbarungen zwischen Process Ownern und
Konfliktlösung bei schnittstellenübergreifenden Problemen
- PM-Governance-Lücken-Management**:**
- Systematische Identifikation von PM-Governance-Lücken im DIGIT/
DIGITOM
- Abstimmung mit Prozessberater:innen für Lösungsansätze
- Bei kurzfristiger Lösung: Dokumentation und Monitoring
- Bei langfristigem Bedarf: Strukturierte Eskalation über LPM ans
Mission Board
**Stakeholder:**
- Process Owner (SHM, DPM, PPM, SPM) für End-to-End-Prozess-Koordination
- Leiterin Prozess-Management (Governance-Reporting und Eskalationen)
- Mission Board (taktische Governance-Entscheidungen)
- Fachbereiche/ Abteilungen (Compliance-Unterstützung und
Konfliktlösung)
- IT-Architektur (systemische Prozess-Dependencies)
**Entscheidungsbefugnisse:**
- Governance-Compliance-Bewertungen und Abweichungsmanagement
- Prozessregister-Updates und Dokumentationsstandards
- Eskalations-Empfehlungen bei systematischen Governance-Problemen
- Priorisierung von prozessübergreifenden Optimierungsmaßnahmen
**Kompetenzen:**
- Prozessanalyse-Expertise für komplexe, vernetzte Prozesslandschaften
- Governance-Kompetenz mit Verständnis für Compliance und
Risikomanagement
- Diplomatische Fähigkeiten für Konfliktmediation zwischen
Fachbereichen/ Abteilungen
- Analytische Fähigkeiten für KPI-Entwicklung und
Performance-Measurement
- Kommunikationsstärke für verständliches Governance-Reporting
###
### **Rolle 4: Prozess-Berater\*in (PB)**
**Hauptzweck:** Direkte, vertrauensvolle methodische Unterstützung der
Fachbereiche/ Abteilungen bei Prozessanalyse, -gestaltung und
-optimierung zur Befähigung für eigenständige Prozessarbeit
**Kernaufgaben:**
- Individuelle Beratung und Coaching von Fachbereichen/ Abteilungen bei
konkreten Prozess-Herausforderungen
- Moderation von Prozess-Workshops für kollaborative Analyse und
Optimierung in definierten Fällen
- Methodische Unterstützung bei Prozessmodellierung und -dokumentation
- Troubleshooting bei operativen Prozess-Problemen und Konflikten (inkl.
Erstbewertung von Anfragen über das Ticketsystem)
- Identifikation von Optimierungspotenzialen durch Prozess-Assessments
- Begleitende Umsetzungsunterstützung bei Prozessänderungen
**Stakeholder:**
- Fachbereiche/ Abteilungen und deren Teams (direkte Beratung und
Coaching)
- Key-User (operative Zusammenarbeit und Befähigung)
- Projektteams (prozessbezogene Projektunterstützung)
- Auftraggeber PM (Bedarfsklärung und Erwartungsmanagement)
- Process Owner (methodische Unterstützung bei End-to-End-Optimierungen)
**Entscheidungsbefugnisse:**
- Methodische Empfehlungen im Rahmen des gültigen Frameworks
- Workshop-Design und Moderations-Ansätze für spezifische Situationen
- Beratungs-Priorisierung bei mehreren gleichzeitigen Anfragen
- Eskalations-Empfehlungen bei komplexen oder ressourcenintensiven
Problemen
**Kompetenzen:**
- Prozessberatungs-Expertise mit breitem Methoden-Portfolio
- Workshop-Moderation und Facilitierung für diverse
Stakeholder-Konstellationen
- Change Management-Fähigkeiten für begleitende Prozessveränderungen
- Empathie und Beziehungsaufbau für vertrauensvolle
Beratungspartnerschaften
- Problemlösungs-Kompetenz für komplexe organisatorische
Herausforderungen
------------------------------------------------------------------------
###
### **Rolle 5: Key-User-Netzwerk-Manager\*in (KNM)**
**Hauptzweck:** Systematischer Aufbau und Betreuung eines dezentralen
Netzwerks von Prozess-Champions zur Skalierung der PM-Kompetenz in die
gesamte DIGITOM-Organisation
**Kernaufgaben:**
- Identifikation, Rekrutierung und Onboarding geeigneter Key-User in
allen Abteilungen
- Entwicklung und Durchführung strukturierter Qualifizierungsprogramme
für Key-User
- Community-Management durch regelmäßige Netzwerk-Events und
Erfahrungsaustausch
- Aufbau und Pflege der zentralen Wissensplattform mit
Self-Service-Ressourcen
- Best-Practice-Transfer zwischen Abteilungen durch das
Key-User-Netzwerk
- Performance-Management des Key-User-Netzwerks und kontinuierliche
Weiterentwicklung
**Stakeholder:**
- Key-User in allen Fachbereichen/ Abteilungen (direkte Betreuung und
Entwicklung)
- Fachbereichsleitungen (Key-User-Nominierung und Freistellung)
- Prozess-Berater:innen (operative Zusammenarbeit bei
Fachbereichs-Support)
- IT-Abteilung (Wissensplattform-Entwicklung und -betrieb)
- Personalentwicklung (Qualifizierungskoordination)
**Entscheidungsbefugnisse:**
- Key-User-Qualifizierungskonzepte und Schulungsprogramm-Design
- Community-Event-Planung und Ressourcen-Allokation
- Wissensplattform-Inhalte und Self-Service-Ressourcen-Priorisierung
- Key-User-Performance-Bewertung und Entwicklungsempfehlungen
**Kompetenzen:**
- Community-Building und Netzwerk-Management für diverse
organisatorische Kontexte
- Didaktische Expertise für Erwachsenenbildung und Kompetenzentwicklung
- Content-Management für digitale Wissensplattformen
- Motivations- und Engagement-Management für freiwillige Communities
- Train-the-Trainer-Fähigkeiten für Multiplikator-Entwicklung
------------------------------------------------------------------------
##
## **4. Schnittstellenrollen**
### **Rolle 6: Process Owner**
*Übernommen von: Stakeholder-Manager (SHM), Demand Portfolio Manager
(DPM), Projekt Portfolio Manager (PPM), Service Portfolio Manager
(SPM)r*
**Hauptzweck:** End-to-End-Verantwortung für spezifische
Teilprozess-Prozesse zur Sicherstellung von Prozess-Performance,
Qualität und kontinuierlicher Optimierung
**Kernaufgaben:**
- Strategische Verantwortung für Performance und Qualität der
zugeordneten End-to-End-Prozesse
- Definition prozessspezifischer KPIs auf Basis zentral vorgegebener
KPI-Kategorien Standards, Monitoring der Prozess-Performance in
Abstimmung mit organisationalen Zielen
- Monitoring der Prozess-KPIs in Abstimmung mit organisationalen Zielen
- Koordination prozessbezogener Optimierungsinitiativen zwischen
beteiligten Bereichen
- Eskalationsmanagement bei prozessrelevanten Problemen oder
Ressourcenkonflikten
- Abstimmung mit PM-Funktion bei PM-Framework-Updates oder methodischen
Änderungen
- Sicherstellung der Framework-Compliance in den verantworteten
Prozessen
**Spezifische Process Owner-Zuordnung:**
- **SHM:** \"Bedarfserfassung und -qualifizierung\"
- **DPM:** \"Demand-Bewertung und Demand-Portfolio-Steuerungt\"
- **PPM:** \"Projektsteuerung und -überwachung\"
- **SPM:** \"Service-Integration und Betriebsüberführung\"
**Stakeholder:**
- PM-Funktion (methodische Unterstützung und Framework-Compliance)
- Beteiligte Fachbereiche/ Abteilungen im jeweiligen End-to-End-Prozess
- Mission Board (Performance-Reporting und strategische Abstimmung)
- Key-User in den prozessrelevanten Bereichen
**Entscheidungsbefugnisse:**
- Prozess-Design-Entscheidungen im Rahmen des gültigen PM-Frameworks
- Ressourcen-Anfrage/Priorisierung für prozessbezogene
Optimierungsmaßnahmen
- Eskalations-Entscheidungen bei prozessübergreifenden Konflikten
- KPI-Definition und Performance-Ziele für die verantworteten Prozesse
- Abnahme-Entscheidungen für Prozessänderungen
**Kompetenzen:**
- End-to-End-Prozess-Verständnis mit systemischer Sichtweise
- Performance-Management mit KPI-Entwicklung und -monitoring
- Cross-funktionale Koordination zwischen verschiedenen Bereichen
- Prozessoptimierungs-Kompetenz mit methodischem Grundverständnis
------------------------------------------------------------------------
###
###
###
###
###
### **Rolle 7: Key-User**
*Formale Rolle in den Fachbereichen/ Abteilungen*
**Hauptzweck:** Dezentrale PM-Kompetenz und Change-Agenten in den
Fachbereichen/ Abteilungen zur lokalen Prozessexpertise und
Schnittstelle zur zentralen PM-Funktion
**Kernaufgaben:**
- Erste Anlaufstelle für prozessbezogene Fragen und Herausforderungen im
eigenen Fachbereich/ Abteilung
- Lokale Prozessexpertise und Unterstützung der Kollegen bei
Prozessarbeit
- Schnittstelle zwischen Fachbereiche/ Abteilungen und zentraler
PM-Funktion
- Modellierung spezifischer (Fach-) Prozesse
- Implementierung von Framework-Updates und Prozessänderungen im
Fachbereich
- Identifikation lokaler Optimierungspotenziale und Weiterleitung an
PM-Funktion
- Multiplikator für Prozess-Know-how und Best Practices
**Stakeholder:**
- Kolleg:innen im eigenen Fachbereich/Abteilung (direkte Unterstützung)
- Key-User-Netzwerk-Manager:in (Qualifizierung und Community)
- Prozess-Berater:innen (bei komplexeren Herausforderungen)
- Fachbereichs-/ Abteilungsleitung (lokale PM-Vertretung)
- Andere Key-User (Erfahrungsaustausch und Peer-Learning)
**Entscheidungsbefugnisse:**
- Erste Bewertung und Priorisierung lokaler Prozess-Anfragen
- Methodische Empfehlungen für Standardsituationen im Rahmen des
Frameworks
- Weiterleitung komplexerer Fälle an zentrale PM-Funktion
- Lokale Prozess-Dokumentations-Updates in Abstimmung mit Process Owner
**Kompetenzen:**
- Fundierte Kenntnisse des PM-Frameworks und Standard-Methoden
- Beratungs- und Unterstützungskompetenz für Kolleg:innen
- Fachbereichs-spezifisches Prozess-Know-how
- Netzwerk- und Community-Fähigkeiten
- Change-Agent-Qualitäten für lokale Prozessverbesserungen
------------------------------------------------------------------------
###
### **Rolle 8: Auftraggeber Prozess-Management**
*Verschiedene organisatorische Ausprägungen*
**Hauptzweck:** Bedarfs-Artikulation und Beauftragung der PM-Funktion
zur zielgerichteten Nutzung der PM-Services für spezifische
organisatorische Herausforderungen
**Kernaufgaben:**
- Identifikation und Artikulation von Prozess-Management-Bedarfen
- Formale Beauftragung der PM-Funktion mit spezifischen Aufgaben oder
Projekten
- Bereitstellung notwendiger Ressourcen und Informationen für
PM-Services
- Definition von Erfolgserwartungen und Zielen für PM-Unterstützung
- Feedback und Bewertung der erbrachten PM-Leistungen
- Sicherstellung der Implementierung von PM-Empfehlungen
**Auftraggeber-Kategorien:**
- **Abteilungsleitung:** Bereichsspezifische Prozessoptimierungen
- **Projektleitungen:** Projektbezogene Prozess-Unterstützung
- **Vision Board/ Mission Board:** Strategische PM-Initiativen
- **Service-(Portfolio)-Manager:** Servicebezogene Prozessentwicklung
**Stakeholder:**
- PM-Funktion (Beauftragung und Zusammenarbeit)
- Betroffene Teams und Bereiche (Implementierung)
- Übergeordnete Gremien (bei strategischen Aufträgen)
**Entscheidungsbefugnisse:**
- Beauftragung und Priorisierung von PM-Services im eigenen
Verantwortungsbereich
- Ressourcen-Bereitstellung für beauftragte PM-Aktivitäten
- Freigabe und Implementierungs-Entscheidungen für PM-Empfehlungen
**Kompetenzen:**
- Bedarfs-Analyse und Ziel-Definition für Prozessoptimierungen
- Stakeholder-Management für Implementierungsmaßnahmen
- Change-Management-Grundverständnis
- Budget- und Ressourcen-Verantwortung
------------------------------------------------------------------------
##
## **5. Governance- und Support-Rollen**
### **Rolle 9: IT-Architektur (Technische Schnittstelle)**
**Hauptzweck:** Sicherstellung der technischen Machbarkeit und
Integration von Prozess-Lösungen in die DIGITOM-IT-Landschaft
**Kernaufgaben:**
- Bewertung technischer Anforderungen aus Prozess-Design-Entscheidungen
- Definition technischer Rahmenbedingungen für Prozess-Tools und
-systeme
- Sicherstellung der Systemkompatibilität bei prozessbezogenen
IT-Lösungen
- Beratung zu technischen Möglichkeiten und Grenzen bei
Prozessoptimierungen
**Stakeholder:** PM-Funktion, Process Owner, IT-Betrieb
**Entscheidungsbefugnisse:** Technische Architektur-Vorgaben,
System-Kompatibilitäts-Bewertungen
------------------------------------------------------------------------
### **Rolle 10: Informationssicherheitsbeauftragte:r / Datenschutzbeauftragte:r**
**Hauptzweck:** Sicherstellung der Compliance von Prozessen und PM-Tools
mit Sicherheits- und Datenschutzvorgaben
**Kernaufgaben:**
- Compliance-Prüfung von Prozess-Designs und PM-Tools
- Definition sicherheitsrelevanter Prozess-Anforderungen
- Risiko-Assessment für prozessbezogene Datenverarbeitung
**Stakeholder:** PM-Funktion, Process Owner, Fachbereiche/ Abteilungen
**Entscheidungsbefugnisse:** Compliance-Freigaben,
Sicherheitsanforderungen
------------------------------------------------------------------------
###
### **Rolle 11: Gremien (Vision Board, Mission Board, DSR)**
**Hauptzweck:** Strategische und taktische Steuerung der PM-Funktion
sowie Entscheidungen zu prozessrelevanten Governance-Fragen
**Vision Board:**
- Strategische PM-Ausrichtung und Framework-Grundsätze
- Budget- und Ressourcen-Entscheidungen für PM-Funktion
**Mission Board:**
- Taktische PM-Priorisierung und Konfliktlösung
- Prozessübergreifende Optimierungsentscheidungen
**DSR (Digital Services Review):**
- Operative Prozess-Entscheidungen im Kontext des Service-Portfolios
------------------------------------------------------------------------

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@ -0,0 +1,199 @@
# **Prozess-Management: Executive Summary**
# **1. Strategischer Kontext und Kernkonzept**
### **1.1 Die organisationale Herausforderung**
Das DIGITOM steht vor einem typischen Widerspruch in modernen
Verwaltungen: Es braucht einheitliche Standards für Effektivität und
Vergleichbarkeit -- gleichzeitig müssen Fachbereiche flexibel auf ihre
spezifischen Anforderungen reagieren können. Die bisherige
Prozesslandschaft spiegelt dieses Dilemma wider: fragmentierte Abläufe,
methodische Vielfalt ohne gemeinsame Basis, Silos statt Integration.
Diese Ausgangslage erzeugt operative Reibungsverluste und verhindert
strategische Weiterentwicklung. Digitalisierungs- und
Automatisierungspotenziale bleiben ungenutzt, weil es an einem
strukturierten Überblick und den notwendigen Befähigungen fehlt.
Optimierungen verpuffen lokal, statt systemisch zu wirken.
### **1.2 Das Lösungskonzept: Ein neuer Weg zwischen Kontrolle und Autonomie**
Die neue Prozess-Management-Funktion navigiert zwischen Standardisierung
und Flexibilität. Statt diesen Widerspruch aufzulösen, nutzt sie ihn
produktiv:
- **Zentrale Methodenkompetenz und Rahmenverantwortung** trifft auf
**dezentrale Umsetzungsverantwortung**. Die PM-Funktion definiert den
Rahmen durch einheitliche Standards, Methoden und Werkzeuge. Innerhalb
dieses Rahmens gestalten die Fachbereiche ihre Prozesse aktiv und
tragen somit die Verantwortung dafür.
- **Befähigung statt Kontrolle** prägt die Arbeitsweise. Die Funktion
versteht sich als Ermöglicher, nicht als Wächter. Sie schafft
Kompetenzen vor Ort durch ein Netzwerk von "Key-User", die als
Multiplikator:innen in ihren Bereichen wirken.
- **Nutzenorientierung statt Strukturfixierung** leitet das Design
dieser Funktion. Ausgangspunkt sind nicht interne Logiken, sondern die
Bedarfe der internen Kund:innen -- von strategischen Gremien bis zu
operativen Teams.
###
###
### **1.3 Der erwartete Mehrwert**
- Für **strategische Entscheider:innen** entsteht erstmals Transparenz
über die gesamte Prozesslandschaft. Strategische Gestaltung wird
ermöglicht, Risiken werden frühzeitig sichtbar sowie Digitalisierungs-
und Automatisierungspotenziale systematisch erschlossen.
- **Operative Teams** erhalten methodische Unterstützung genau dann,
wenn sie sie brauchen -- von der schnellen Beratung bis zur Begleitung
komplexer Transformationen. Einheitliche Standards erleichtern die
bereichsübergreifende Zusammenarbeit.
- Die **Gesamtorganisation** gewinnt an Anpassungsfähigkeit ohne
Kontrollverlust. Prozesse werden nicht nur dokumentiert, sondern
kontinuierlich verbessert. Die systematische Identifikation von
Digitalisierungs- Automatisierungspotenzialen adressiert direkt die
Herausforderungen von Fachkräftemangel und steigenden Anforderungen.
##
## **2. Organisationsdesign und Governance**
### **2.1 Eine Architektur der produktiven Spannung**
Das Organisationsdesign folgt dem Prinzip der bewussten Rollentrennung.
Methodische Beratung und operative Governance liegen in
unterschiedlichen Händen -- so entsteht Vertrauen statt Kontrollangst.
- **Fünf zentrale Rollen** im PM-Team decken das Spektrum von
strategischer Führung über Methodenentwicklung bis zur operativen
Beratung ab. Jede Rolle hat klare Verantwortlichkeiten,
Überschneidungen werden vermieden:
- Leiter\*in Prozess-Management
- Prozess-Framework-Manager\*in (PFM)
- Prozesslandschafts-Koordinator\*in (PLK)
- Prozess-Berater\*in (PB)
- Key-User-Netzwerk-Manager\*in (KNM)
- **Process Owner** in den Hauptprozessen (Stakeholder-, Demand-,
Projekt- und Service-Management) tragen horizontale und vertikale
End-to-End-Verantwortung für ihre Teilprozesse. Sie koordinieren
bereichsübergreifend und sichern Prozessqualität.
- **Key-User** werden in allen Fachbereichen identifiziert und zu
lokalen Prozess-Expert:innen entwickelt. Sie sind erste Anlaufstelle
vor Ort und Bindeglied zur zentralen PM-Funktion.
###
### **2.2 Governance: So viel wie nötig, so wenig wie möglich**
Die Entscheidungsarchitektur folgt dem Subsidiaritätsprinzip:
- **Operative Anpassungen** entscheidet das PM-Team eigenständig (z.B.
Tool-Konfigurationen, Template-Updates, Schulungsinhalte)
- **Prozessspezifische Anpassungen** werden mit dem jeweiligen Process
Owner abgestimmt (z.B. Änderungen an Prozessschnittstellen, neue
Metriken für spezifische Prozesse, Integration neuer Systeme in
bestehende Prozesse)
- **PM-Framework-Weiterentwicklungen** entscheidet das PM-Team
eigenständig und informiert die Process Owner (z.B. neue
Modellierungsstandards, erweiterte Methodenbausteine, übergreifende
Bewertungskriterien)
- **Fundamentale Änderungen** durchlaufen die Steuerungsgremien (z.B.
Wechsel der Prozessmodellierungssprache, grundlegende Änderung der
PM-Strategie, Neuausrichtung der Prozessarchitektur)
Für die **Leistungsbeauftragung** des Prozess-Managements gilt eine
klare Logik:
- **Standard-Leistungen** (Beratung, Workshops) sind niedrigschwellig
für alle zugänglich
- **Projekt-Leistungen** (größere Transformationen) benötigen eine
Mission Board-Freigabe
- **Strategische Initiativen** beauftragt das Vision Board direkt
- **Krisen-Interventionen** können jederzeit von Führungskräften
ausgelöst werden
Ein dreistufiges **Eskalationsmodell** sichert schnelle Konfliktlösung:
Operative Themen werden binnen 48 Stunden geklärt, taktische Konflikte
erreichen das Mission Board binnen einer Woche, strategische
Grundsatzfragen das Vision Board binnen eines Monats.
### **2.3 Integration statt Parallelstruktur**
Die PM-Funktion fügt sich nahtlos in die bestehende DIGITOM-Governance
ein. Vision und Mission Board bleiben die zentralen Steuerungsgremien.
Die PM-Funktion agiert in ihrem Auftrag und bereitet Entscheidungen vor.
Schlüsselpartner wie zentrales Geschäftsprozessmanagement (HPA),
IT-Architektur, Datenschutz und Informationssicherheit werden
systematisch eingebunden. So entstehen keine neuen Silos, sondern
vernetzte Kompetenz.
##
## **3. Implementierung und kritische Erfolgsfaktoren**
### **3.1 Konkrete Leistungen, klare Zugänge**
Das Leistungsportfolio orientiert sich an realen Bedarfen:
- **Prozess-Framework/DIGITOM-Entwicklung** schafft die methodische
Basis
- **Beratung und Coaching** unterstützen bei konkreten Herausforderungen
- **Befähigung und Schulung** bauen Kompetenzen dezentral auf
- **Transparenz und Reporting** ermöglichen faktenbasierte Steuerung
Die Zugangswege sind bewusst vielfältig: vom Ticketsystem für direkte
Hilfe über strukturierte Beauftragungen für größere Vorhaben bis zu
informellen Kanälen über das Key-User-Netzwerk.
### **3.2 Ressourcen und Voraussetzungen**
Ein dediziertes PM-Team mit komplementären Kompetenzen ist ebenso nötig,
wie moderne Prozess-Tools und Qualifizierungsbudgets.
Wichtiger als Ressourcen sind jedoch die qualitativen Voraussetzungen:
- **Klares Mandat** der Führung legitimiert die Funktion
- **Bereitschaft der Fachbereiche** zur aktiven Mitgestaltung
- **Einbindung der Schlüsselpartner** von Anfang an
- **Verständnis von Prozessmanagement** als kontinuierliche Entwicklung,
nicht als Projekt
### **3.3 Risiken aktiv managen**
- **Akzeptanzrisiken** werden durch die konsequente Trennung von
Beratung und Kontrolle gemindert. Erfolgsgeschichten und Key-User als
Botschafter:innen schaffen Vertrauen.
- **Ressourcenkonflikte** werden durch ein transparentes
Priorisierungsmodell gelöst. Strategische Initiativen gehen dabei
stets vor, konkurrierende Anfragen werden offen abgewogen.
- **Qualitätsrisiken** verhindert die systematische Einbindung von
Compliance-Funktionen und "Process Owner" als Qualitätsgatekeeper.